Schulterchirurgie

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Definition

Die Schulterchirurgie hat sich seit Ende der 1990er Jahre zu einem eigenständigen Fachgebiet der orthopädischen und traumatologischen Chirurgie entwickelt.

Ihre Entwicklung basiert auf drei Faktoren: 

  • Perfektionierung der diagnostischen Bildgebung (MRT und MR-Arthrographie) 
  • Entwicklung der minimal-invasiven arthroskopischen Chirurgie 
  • Zuverlässigkeit von Schulterprothesen
  • Wirksamkeit von Rehabilitationsprotokollen

Die häufigsten Schultererkrankungen sind: 

  • Läsionen (Schädigungen) der Sehne der Rotatorenmanschette, des eigentlichen „Motors“ der Schulter
  • Ankylose der Schulter (Schultersteife), auch Kapsulitis genannt 
  • Schulterarthrose, zentriert oder exzentrisch
  • Läsionen bei Sportlern: Luxation (Verrenkung) der Schulter, Dysfunktion des Schultereckgelenks, Schlüsselbeinbruch, Bruch des Tuberculum majus (Knochenvorsprung am Oberarmknochen)

 

Erkrankungen der Sehne der Rotatorenmanschette

Die Erkrankung der Sehne der Rotatorenmanschette hängt mit Verschleiss durch zu starke Beanspruchung der Arme oberhalb der horizontalen Position zusammen und kann durch einen seit der Geburt vorhandenen Knochensporn am Schulterdach (Akromion) beschleunigt werden. 
Der Verschleiss kann von einer Läsion bis zum Riss einer oder mehrerer Sehnen nach dem 50. Lebensjahr reichen.

Die Operation der Rotatorenmanschette wird derzeit mit einem minimal-invasiven arthroskopischen Verfahren durchgeführt und erbringt hervorragende funktionelle Ergebnisse, sofern die Rehabilitation wie auch die Operation durch ein multidisziplinäres Team erfolgt, das auf Schultern spezialisiert ist. 

 

Schultersteife (Ankylose)

Eine Ankylose der Schulter oder Kapsulitis erfordert in den meisten Fällen eine spezielle Physiotherapie, bei der der Patient mehrmals täglich selbstständig Dehnungsübungen durchführen muss. 
Die Genesungszeiten verkürzen sich, wenn die Physiotherapie von einem spezialisierten Physiotherapeuten betreut wird und der Patient motiviert ist. 

 

Schulterarthrose 

Schulterarthrose wird heutzutage mithilfe von Schulterprothesen behandelt, die langfristig hervorragende funktionelle Ergebnisse sicherstellen. 

Welche unterschiedlichen Prothesen zum Einsatz kommen, ist von der jeweiligen Erkrankung abhängig:

  • Bei intakter Rotatorenmanschette wird eine gleitende, sog. anatomische Schulterprothese verwendet. 
  • Ist die Rotatorenmanschette nicht mehr vorhanden, wird eine inverse Schulterprothese eingebracht.

In beiden Fällen muss die prothetische Schulterarthroskopie von einem erfahrenen Operateur durchgeführt werden, der mit Operationen dieser Art vertraut ist und der mit Physiotherapeuten zusammenarbeitet, die über genügend Routine in der Rehabilitation von Patienten mit Schulterprothesen verfügen.

 

Sportverletzungen

Sportverletzungen treten bei einigen Sportarten häufiger auf (Ski, Rugby, Rad-, Motorrad- und Mountainbike-Fahren). 

  • Hierbei kann es sich um Schlüsselbeinbrüche,Luxationen des Schultereckgelenks oder Frakturen des Tuberculum majus handeln, die orthopädisch behandelt werden. 
  • In einigen Fällen erfordern komplexe Brüche am oberen Ende des Oberarmknochens eine Operation mit Fixierung mithilfe von osteosynthetischen Materialien.
  • Bei Schulterluxationen – die meistens im vorderen Bereich auftreten – ist im Falle eines Rezidivs, d. h. eines erneuten Auftretens, eine operative Stabilisierung erforderlich. Dies kann entweder mittels arthroskopischer Technik oder durch konventionelle offene Chirurgie erfolgen.

 

Schlussfolgerung

Gegenwärtig werden 80 % der operativen Eingriffe an der Schulter mittels arthroskopischer Technik durchgeführt (weniger Schmerzen und geringere Infektionsrisiken nach der Operation).

Die konventionelle offene Chirurgie bleibt hingegen Schulterprothesen und der Behandlung rezidivierender Schulterluxationen vorbehalten. 
Die Qualität der Physiotherapie ist von entscheidender Bedeutung und macht 50 % des Ergebnisses nach der Operation aus.

In jedem Fall muss die Schultererkrankung von einem spezialisierten multidisziplinären Team (Chirurg, Radiologe, Physiotherapeut, Orthopäde) betreut werden.

 

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