Augensprechstunden

Schon im frühen Kindesalter werden die Augen geprüft. Dies geschieht routinemässig beim Kinderarzt. Stellt dieser Probleme fest, wird das Kind einer Augenärztin oder einem Augenarzt überwiesen. Im Jugendalter sind es häufig die Jugendlichen selber, die über Beeinträchtigungen klagen welche dann in der Augenheilkunde näher abgeklärt werden.

Im Erwachsenenalter geht man regelmässig zum Augenarzt, weil sich altersbedingte Sehschwächen oder Augenkrankheiten entwickeln können, beispielsweise aufgrund eines zu hohen Augendrucks. Wie oft Sie einen Spezialisten oder eine Spezialistin aufsuchen sollten, hängt selbstverständlich zunächst davon ab, ob Sie Probleme mit den Augen haben oder an bestimmten Krankheiten leiden.

Wer keine Probleme mit den Augen hat, sollte diese trotzdem in gewissen Abständen kontrollieren lassen.

Notfall

Grundsätzlich sollte in den nachfolgend aufgeführten Situationen umgehend ein Augenarzt beziehungsweise eine Augenärztin hinzugezogen werden:

  • bei Verletzungen der Augen wie Verätzungen, Verbrennungen, Eintritt eines Fremdkörpers ins Auge, Prellung des Auges oder ähnliches
  • im Falle des plötzlichen Verlusts des Sehvermögens an einem oder beiden Augen
  • plötzlich auftretende Sehstörungen gepaart mit der Wahrnehmung von Blitzen, Nebel, intensiven «Mouches volantes» und/oder Russregen
  • bei Vorliegen von akut erhöhtem Augendruck, sogenannter Glaukom-Anfall, in Verbindung mit starken Augenschmerzen und Übelkeit
  • bei stark geröteten oder übermässig entzündeten Augen

Wichtig: In der Regel ist es dem Laien nicht möglich, zwischen einer harmlosen Augenveränderung und ernsthaften, potenziell gefährlichen Augenproblemen zu unterscheiden, weshalb bei jedweder Veränderung der Augen das Aufsuchen eines Augenspezialisten oder einer Augenspezialistin dringend empfohlen wird, um so eine langfristige Schädigung des Auges/der Augen auszuschliessen beziehungsweise zu verhindern.

Akute Sehstörungen

Unter sogenannte augenärztliche Notfälle fallen Verletzungen und akute Krankheiten, die zu bleibenden Schäden und einer Beeinträchtigung des Sehvermögens führen können, wenn sie nicht umgehend versorgt werden.

Treten plötzlich Sehstörungen auf, handelt es sich dabei meistens um einen Notfall, der eine sofortige Behandlung beim Spezialisten erforderlich macht. Und es versteht sich von selbst, dass eine plötzliche Erblindung immer einen absoluten Notfall darstellt.

Unter dem Begriff der akuten Sehstörung fasst die Medizin alle krankhaften Veränderungen der optischen Wahrnehmung zusammen. Dazu zählen die plötzlich verminderte Sehschärfe, Gesichtsfeldeinschränkungen, Augenflimmern, Blitze oder das Sehen von sogenannten Doppelbildern. Die vielfältigen Auslöser von Sehstörungen reichen dabei von Augenerkrankungen über neurologische Störungen bis hin zu Tumoren.

Wer plötzlich helle Schlieren oder kleine dunkle Punkte sieht, die bei Augenbewegungen wegschwimmen, sollte dies näher abklären lassen. Häufig entpuppen sich die «Mouches volantes» (aus dem Französischen für: fliegende Mücken) als Glaskörpertrübungen, die meistens nicht gefährlich sind. Dichtes Gestöber, «Russregen» und Blitze vor den Augen sind hingegen ein Alarmzeichen, welches keinesfalls ignoriert werden darf. Eventuell hat sich der Glaskörper von der Netzhaut abgehoben und es ist dabei zu einem Netzhautriss gekommen. Oder eine Augenentzündung, die sogenannte Uveitis, ist für die Symptome verantwortlich.

In seltenen Fällen können diese Symptome auch auf eine Netzhautablösung hindeuten. Taucht ein Schleier oder eine «Wand» vor dem Auge auf, mit oder ohne «Mouches volantes», auf jeden Fall aber in Verbindung mit einer Sehminderung, dann können dies erste Anzeichen für eine Netzhautablösung sein.

Trockene Augen

Trockene Augen sind unangenehm und können viele verschiedene Ursachen haben. Sie stehen häufig im Zusammenhang mit dem Älter werden, dem Tragen von Kontaktlinsen oder Allergien. Unbehandelt können sie zu chronischen Entzündungen führen. Aus diesem Grund ist es ratsam, bei Verdacht auf trockene Augen (dem sogenannten Sicca-Syndrom) einen Augenarzt oder eine Augenärztin zu konsultieren.

Glaukom

Das Glaukom ist eine stille, degenerative Erkrankung des Sehnervs, die in der westlichen Welt die häufigste Ursache für irreversible Erblindung darstellt. Sie ist in der Regel durch einen zu hohen Augeninnendruck gekennzeichnet, der den Sehnerv quetscht und nach und nach die Nervenfasern zerstört, die die Netzhaut mit dem Gehirn verbinden. Die Gründe für den Anstieg des Augendrucks sind bis heute nicht bekannt.


Wenn es nicht rechtzeitig erkannt wird, führt das Glaukom zu einer allmählichen und schleichenden Einschränkung des Gesichtsfelds, die vom Patienten oft erst sehr spät bemerkt wird, und schließlich zum Verlust des Sehvermögens.

Grauer Star

Die Kataraktkrankheit ist durch eine Trübung der Augenlinse gekennzeichnet, die normalerweise klar und durchsichtig ist. Die Linse ist eine natürliche Linse hinter der Iris, die dafür sorgt, dass die Lichtstrahlen auf der Netzhaut gebündelt werden. Wenn die Linse ihre Transparenz verliert, kann das Licht nicht mehr bis zum Augenhintergrund vordringen, was zu einer allmählichen Abnahme der Sehkraft und der Schärfe der Konturen führt.

Ohne Behandlung ist keine Besserung zu erwarten, und der Graue Star kann zu einer langsamen Verschlechterung des Sehvermögens führen. Bei einer chirurgischen Behandlung ist eine Verbesserung des Sehvermögens, sofern keine anderen Augenerkrankungen vorliegen, zu erwarten.

Netzhaut- und Makulaerkrankungen

Die Netzhaut übernimmt eine wichtige Aufgabe beim Sehen, in dem sie die Lichtimpulse vom Auge über den Sehnerv ans Gehirn weiterleitet. Die Makula ist Bestandteil der Netzhaut und ist für das detaillierte Sehen zuständig. Entsprechend wichtig ist es, die Netzhaut und die Makula zu schützen und – im Falle einer Netzhaut- oder Makulaerkrankung – effektiv zu behandeln.

Hornhauterkrankungen

Erkrankungen der Hornhaut sind vielfältig und können alle unterschiedlichen Schichten der Hornhaut betreffen. Dabei gehen Hornhauterkrankungen häufig mit einem Fremdkörpergefühl oder einer vermehrten Blendung einher, wobei der Verlust der Transparenz der Hornhaut sogar zu einem Verlust des Sehvermögens führen kann. Hierfür können unterschiedlichste Entzündungsformen, Verletzungen des Auges oder altersbedingte und auch angeborene Erkrankungen verantwortlich sein.

Glaskörperveränderungen

Der Glaskörper ist ein durchsichtiger Geleekörper, der den Hohlraum im Augeninneren ausfüllt. Da krankhafte Veränderungen des Glaskörpers in den meisten Fällen in engem Zusammenhang mit einer Netzhauterkrankung stehen, empfiehlt es sich, Veränderungen des Glaskörpers augenärztlich abklären zu lassen.

Augenentzündungen

Augenentzündungen kommen häufig vor. Sie können verschiedene Ursachen haben. Das Auge ist ständig Krankheitserregern und Umweltreizen ausgesetzt. Entzündungen entwickeln sich, wenn das Auge solche schädigenden Einflüsse nicht mehr abwehren kann.

Schielen (Strabismus)

Im Normalfall blicken beide Augen in die gleiche Richtung, empfangen dabei aber ein etwas anderes Bild. Diese unterschiedlichen Bilder, die die Augen liefern, werden im Gehirn abgeglichen und zusammengesetzt, sodass daraus ein einziges, einheitliches Bild entsteht. Beim Schielen schauen hingegen die Augen nicht in die gleiche Richtung. Sie haben eine unterschiedliche Ruhestellung, weshalb das Gehirn die Bilder nicht richtig miteinander verschmelzen kann.

Vorsorgeuntersuchungen

Die augenärztliche Untersuchung folgt meist einem bestimmten Schema: Nach einem Gespräch über die Art und Stärke der Beschwerden wird oft ein Sehtest gemacht, der die Sehschärfe jedes Auges prüft. Dann untersucht der Arzt oder die Ärztin die Augen, betrachtet sie mithilfe einer Spaltlampe ,Untersuchungsmikroskop, das ein schmales, spaltförmiges Licht aussendet, genauer. Gegebenenfalls wird der Augeninnendruck mit der Spaltlampe gemessen. Für manche Untersuchungen werden Augentropfen verabreicht, um die Pupille für eine gewisse Zeit zu erweitern. Dadurch lässt sich der Augenhintergrund und insbesondere der Zustand des Sehnervs besser beurteilen.

Weiter gehört zu einer allgemeinen Augen-Vorsorgeuntersuchung auch ein Test der Pupillenreaktion. Die Pupille zieht sich normalerweise bei Lichteinfall reflexartig zusammen. Zusätzliche Test beziehen sich auf das Farbsehen, wo auf bunten Farbtafeln bestimmte Muster erkannt werden sollen, auf die Augenbeweglichkeit (Augenmotilität) sowie auf das Gesichtsfeld. Der Augenarzt betrachtet zudem das Auge und prüft, ob etwa die Bindehaut oder die Lider gerötet und entzündet sind.

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