Versorgungsmodell

Unser Prinzip der «Integrierten Versorgung» basiert auf der Erkenntnis, dass die Koordination entlang des Behandlungspfades durch eine sinnvolle Vernetzung der Leistungserbringer verbessert werden kann. Die Gesundheitsversorgung erfolgt in enger Zusammenarbeit zwischen allen Akteuren mit dem Ziel, die bestmöglichen Ergebnisse zu erzielen.

Fokus auf Prävention

Die Integrierte Versorgung transformiert unser aktuelles «Krankheitssystem» zu einem echten Gesundheitssystem. Nicht die Erkrankung steht im Vordergrund, sondern die Prävention. Die körperliche, geistige und soziale Gesundheit der Patienten und Patientinnen wird berücksichtigt und ein gesunder Lebensstil soll helfen, dass bereits vorbeugend und nicht erst rückwirkend behandelt wird.

Menschen mit chronischen Erkrankungen sollen individueller und proaktiv betreut werden, damit sich ihr Zustand stabilisiert und Verschlechterungen frühzeitig erkannt werden können. Es entsteht eine patientenorientierte und auf die persönlichen Bedürfnisse jedes Einzelnen zugeschnittene Versorgung.

Das Erfolgsprinzip der Integrierten Versorgung beruht darauf, das System von einem Krankheitssystem zu einem echten Gesundheitssystem zu transformieren, wo die Prävention im Vordergrund steht.

Koordination durch den Navigateur de Santé

Im Zentrum steht der «Navigateur de Santé», der Hausarzt oder die Hausärztin. Dieser koordiniert sämtliche Aspekte und Anliegen eines Mitglieds während dessen gesamten Lebens. Unsere Mitglieder im Réseau de l'Arc sind Teil eines Ökosystems, in dem sie jederzeit die für sie beste Qualität erhalten.

Im Réseau de l’Arc arbeiten sämtliche Akteure – Diagnostik, Labor, Grundversorgung, Spitäler, ambulante Chirurgie, Forschung, Ausbildung und Versicherung – in einer Organisation mit identischen Interessen und Zielen. Im Zentrum steht die Erhaltung der Gesundheit ihrer Mitglieder. Diese Ausgangslage erhöht nicht nur die Behandlungsqualität, sondern reduziert überdies nachhaltig die Gesundheitskosten.

Unsere Akteure ziehen alle an einem Strang: Dank schlanken und digitalisierten Prozessen halten sie sich gegenseitig auf dem Laufenden, reduzieren Fehl-, Über- oder unnütze Behandlungen und steigern so die Effizienz des Systems. Die Ärzte sind Care Manager, die sich konsequent um die Gesundheit der Mitglieder kümmern.

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Personalisierte Medizin ein Leben lang

In der Integrierten Versorgung werden alle medizinischen Leistungen, die im Verlauf eines Lebens benötigt werden, aus einer Hand erbracht: vom ersten bis zum letzten Atemzug. Die Patientensteuerung und die Organisation werden von der Gesundheitsorganisation entlang des Patientenpfades koordiniert.  Dieser personalisierte Ansatz erhöht die Qualität der Versorgung und hat wesentliche Effizienzsteigerungen und damit Kosteneinsparungen zur Folge.

Ein direkter Vergleich zwischen dem traditionellen Modell und dem Modell der Integrierten Versorgung: bei der Integrierten Versorgung im Réseau de l’Arc sitzen Leistungserbringer (Provider) und Versicherer sowie Kanton (Payer) am selben Tisch. Sie nehmen die gleiche Optik ein und verschmelzen zu einem Payvider-System.

Traditionelles Modell «fee for service»

Im Payer-Provider System, also dem traditionellen Modell der Einzelleistungsvergütung, leistet der Payer Zahlungen nach vorher festgelegten Tarifen für jede Behandlung.

Dabei macht der Provider den Umsatz durch die Gesundheitskosten und Behandlungen, dies birgt den Grundkonflikt des Systems. Die Interessen der Versicherungen und Leistungserbringer klaffen auseinander. Es besteht ein Anreiz zur Überbehandlung von Patienten, um den Gewinn zu steigern und beim Versicherer besteht ein erhöhtes Risiko.

Modell der Integrierten Versorgung «full capitation»

Beim Payvider System, dem Modell der Integrierten Versorgung, bestehen feste und fixe Zahlungen pro Mitglied. Im Gegensatz zum traditionellen Modell sind hier die Versicherung und Leistungserbringer integriert und arbeiten Hand in Hand. Hier sind die Anreize vor allem auf der Prävention. Anders als beim traditionellen Modell liegt beim Payvider System das Risiko bei der Versorgungsorganisation.

Bewährte Systeme als Vorbilder

Unsere Vision im Réseau de l’Arc beruht auf einem Ansatz, der von Kaiser Permanente, der Pionierin für Integrierte Versorgung an der Westküste der Vereinigten Staaten, geprägt ist. Um alle Akteure, einschliesslich der Versicherten, zu verantwortungsvollem Handeln zu motivieren, wird das System der Einzelleistungsvergütung (fee for services) durch eine Finanzierung pro Mitglied ersetzt. Die Réseau de l’Arc Gesundheitsorganisation erhält eine Pauschale (full capitation) pro Mitglied ihres Gesundheitsplans (Member) und Jahr. Der Gesundheitsorganisation steht somit ein fix definiertes Budget pro Jahr zur Verfügung. Dieser Betrag soll «im Durchschnitt» für die gesamte medizinische Leistungserbringung pro Patienten ausreichen.

Die Leistungserbringer sind in Full Capitation-System – anders als im herkömmlichen System – nicht mehr daran interessiert möglichst viel zu «produzieren», also möglichst viele medizinische Eingriffe durchzuführen. Denn die Gesundheitsorganisation muss mit der vorgegebenen Finanzierung haushälterisch wirtschaften und hat ein grosses Interesse daran, dass ihre Mitglieder gesund bleiben und falls sie einmal krank sind, schnell wieder gesund werden.

Organisationen wie Steward in den USA oder Ribera Salud in Spanien haben die Qualität und die Effizienz dieses Modells bereits unter Beweis gestellt.

Réseau de l’Arc für Nicht-Mitglieder

Wettbewerb ist ein zentrales Element für die Qualitäts- und die Effizienzsteigerung im Gesundheitswesen. Die Bevölkerung im Jurabogen wird auch zukünftig die freie Wahl für ihre Krankenversicherungsprodukte haben. Für Mitglieder, also alle Personen mit dem VIVA Gesundheitsplan des zukünftigen VIVA-Versicherungsproduktes, erbringt die Réseau de l’Arc Gesundheitsorganisation eine integrierte, koordinierte medizinische Versorgung. Nicht-Mitglieder können in den medizinischen Institutionen vom Résau de l’Arc medizinische Leistungen beziehen, ohne aber von der integrierten, koordinierten Versorgung zu profitieren.
Nebst dem neuen VIVA Gesundheitsplan der Réseau de l’Arc Gesundheitsorganisation werden also auch herkömmliche Versicherungsprodukte von Visana oder anderen Versicherern weiterbestehen. Visana Kundinnen und Kunden können ihre bisherigen Visana Versicherungsprodukte selbstverständlich beibehalten und bleiben versichert wie bisher. Ein Wechsel in ein anderes Produkt respektive Modell ist jedes Jahr wie bisher möglich.