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07.01.2026

Sigmadivertikulitis: Die oft unterschätzte Entzündung im linken Unterbauch

Eine Sigmadivertikulose bleibt oft lange unbemerkt – dabei kann eine Entzündung der Divertikel im Dickdarm plötzlich starke Beschwerden verursachen und ernsthafte Folgen haben

Schmerzen im linken Unterbauch, Verstopfung, Krankheitsgefühl, erhöhte Temperaturen oder sogar Fieber: Das könnten Symptome einer sehr häufigen akuten Dickdarmentzündung sein. Ja, die sogenannte Blinddarmentzündung im rechten Unterbauch kennen die allermeisten, wenn von akuten Entzündungen im Unterbauch die Rede ist, aber von einer Divertikulitis haben die meisten noch nie etwas gehört. Und das, obwohl es sich um eine sehr häufige Erkrankung handelt.

Wie entstehen Divertikel – und wer ist betroffen?

Eine Divertikulitis ist eine Entzündung von kleinen Ausstülpungen der Darmwand, in unseren Breitengraden meist im Bereich des S-förmigen Dickdarms (Sigma), der im linken Unterbauch den absteigenden Dickdarm mit dem Enddarm (Rektum) verbindet. Hier entstehen besonders häufig kleine, mais- bis kirschkerngrosse Ausstülpungen der Darmschleimhaut durch sehr kleine Lücken in der Muskelwand des Darms. Je älter wir werden, desto häufiger kommen diese Divertikel vor, ohne dass Symptome auftreten müssen. Aber auch Menschen unter 30 Jahren können bereits Divertikel haben. Im Alter unter 50 Jahren sind häufiger Männer, bei über 50-Jährigen häufiger Frauen betroffen. Die Divertikulose, wie das Vorkommen der Divertikel heisst, kann auf unsere Lebensweise, insbesondere auf unsere Ernährung, zurückgeführt werden.

Gutartig, aber nicht harmlos: mögliche Komplikationen

Sie sind prinzipiell gutartig und können zum Beispiel bei einer Vorsorge-Darmspiegelung zufällig entdeckt werden. Andererseits können sie auch durch Komplikationen Beschwerden machen. Die häufigste Komplikation ist die Entzündung, die die bereits genannten Beschwerden auslöst. Es gibt verschiedene Schweregrade der Divertikulitis, von einer relativ einfach zu behandelnden, ungefährlichen Entzündung bis zu einem Durchbrechen eines entzündeten Divertikels. In letzterem Fall besteht aufgrund einer sich entwickelnden Bauchfellentzündung und einer Blutvergiftung akute Lebensgefahr. Auch Zwischenstadien der entzündlichen Komplikation sind möglich.

Zwei andere Komplikationen sind Blutungen der Divertikel und eine Engstelle (Stenose) des Darms durch wiederkehrende Entzündungsschübe bis hin zum akuten Darmverschluss. Auch bei diesem besteht ohne chirurgische Behandlung Lebensgefahr.

Was kann ich tun, um das Auftreten von Divertikeln oder bei bereits vorhandenen Divertikeln Komplikationen zu verhindern?

Hierzu kursieren leider immer noch Fehlinformationen, vor allem die Empfehlung, keine Nüsse, Körner, Mais oder Popcorn zu essen. Eine bereits 2008 veröffentlichte Studie an fast 50 000 Männern konnte nachweisen, dass diese Nahrungsmittel das Risiko für eine Divertikulose oder Divertikel- Komplikation nicht erhöhen, sondern tendenziell sogar mindern. Was wiederum das Risiko senkt, ist eine ballaststoffreiche Ernährung mit viel Obst, Gemüse und Vollkornprodukten, körperliche Bewegung, regelmässiger und weicher Stuhlgang, Verzicht auf Nikotin sowie Gewichtsreduktion bei vorhandenem Übergewicht.

Sollten die Symptome anhalten, dann sollte rasch eine ärztliche Vorstellung erfolgen, um die korrekte Diagnose zu stellen, schwere Entzündungsschübe auszuschliessen bzw. Gefahren für Leib und Leben abzuwenden. Dies kann bei geringeren Beschwerden durch den Hausarzt, bei stärkeren Beschwerden auf dem Notfall im Spital erfolgen. Die Diagnosesicherung geschieht dann mittels Befragung (Anamnese), körperlicher Untersuchung, Blutabnahme, Ultraschalluntersuchung und ggf. einer Computertomografie.

Behandlung: von Diät bis Operation

Bei ganz einfachen Entzündungen reicht eine Diät für wenige Tage, ggf. kombiniert mit einer Antibiotikatherapie, bei grösseren Eiterverhalten neben dem Darm kann die Einlage eines dünnen Schlauchs durch die Haut in den Abszess, bei Durchbrüchen in die Bauchhöhle die Notfall-Operation zwingend notwendig sein.

Klingt die Entzündung ohne Operation gut ab, sollte eine Dickdarmspiegelung nach ca. 6 Wochen durchgeführt werden, wenn dies nicht in den 5 Jahren zuvor bereits erfolgt ist. Die Entzündung kann wiederkehren, insbesondere, wenn der Lebensstil nicht wie bereits aufgeführt verändert wird. Früher hat man nach dem zweiten, spätestens nach dem dritten Entzündungsschub eine geplante Operation empfohlen, da man annahm, dass mit jedem neuen Schub das Risiko einer schweren Komplikation steigt. Dies ist jedoch nicht so, wie inzwischen grosse Untersuchungen belegen konnten, sodass heute nicht mehr die Anzahl an Entzündungsschüben, sondern die Schwere der Entzündung und die Beeinträchtigung der Lebensqualität entscheidend für die Empfehlung zur Operation sind. Die Operation, also die Entfernung des betroffenen Dickdarmabschnitts, kann, bei entsprechender Expertise der Chirurgie auch in der Notfallsituation, minimalinvasiv, also per Bauchspiegelung und unter Vermeidung eines vorübergehenden künstlichen Darmausgangs durchgeführt werden.

Warum Zusammenarbeit entscheidend ist

Wichtig für die Behandlung der Sigmadivertikulitis ist auf jeden Fall eine optimale interdisziplinäre Zusammenarbeit von den hausärztlichen Praxen, der Gastroenterologie, der Radiologie und der Chirurgie, aber auch weiterer Berufe wie der Ernährungsberatung und der Stomatherapie.

Zuweisungen nehmen wir gerne über den Hausarzt entgegen. Kontakt für Sprechstunden: Tel. 062 746 51 02 oder chirurgischeklinik@spitalzofingen.ch.

Our speakers

Spital Zofingen

Prof. Dr. med. Dirk Bulian

Specialisation
General surgery, Visceral surgery, Minimally invasive surgery
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