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25.02.2026

Wenn das Knie nachgibt: Was bedeutet ein Kreuzbandriss und wie geht’s weiter?

Ein falscher Schritt, ein abruptes Abbremsen, ein Sturz – das Kreuzband ist gerissen. Doch die Diagnose bedeutet heute längst nicht mehr das Ende sportlicher oder beruflicher Aktivität

Als der 24‑jährige Reto beim Fussball zum Sprint ansetzt und plötzlich abbremst, verdreht er sich das Knie. Ein stechender Schmerz schiesst ins Gelenk. «Es fühlte sich an, als wäre etwas gerissen», erinnert er sich. Kurz darauf schwillt das Knie stark an, das Gehen fällt schwer. Im Krankenhaus folgt die Diagnose: Riss des vorderen Kreuzbandes.

Ähnlich ergeht es Lea, 46, leidenschaftliche Skifahrerin. Nach einem Sturz auf vereister Piste knickt ihr Knie weg. Zunächst fährt sie noch weiter, doch bald fühlt sich das Gelenk instabil an – erst beim Treppensteigen, später selbst bei alltäglichen Bewegungen. Beide haben sich das vordere Kreuzband verletzt – eine der häufigsten Knieverletzungen überhaupt. Besonders oft passiert sie beim Fussball, Handball, Basketball oder Skifahren, doch grundsätzlich kann sie in vielen Sportarten auftreten.

Das Kreuzband – zentrale Stabilität im Knie

Im Inneren des Kniegelenks verlaufen zwei Kreuzbänder, die sich wie ein X kreuzen. Sie verbinden Ober- und Unterschenkelknochen und steuern die Bewegungen des Gelenks. Das vordere Kreuzband verhindert vor allem, dass der Unterschenkel nach vorne gleitet, und stabilisiert das Knie bei Drehbewegungen. Reisst es, fehlt diese Führung. Typische Anzeichen sind Schmerzen, eine rasche Schwellung und das Gefühl, das Knie könne «wegknicken». Viele Betroffene berichten zudem von einem hörbaren Knacken im Moment der Verletzung. In vielen Fällen entsteht der Riss ohne direkten Zusammenstoss – etwa bei schnellen Richtungswechseln, abruptem Abbremsen oder nach einer Landung aus dem Sprung. Frauen sind statistisch etwas häufiger betroffen, was unter anderem mit unterschiedlichen Bewegungsmustern und Muskelspannungen zusammenhängt.

Diagnose: Der Blick ins Innere des Kniegelenks

Nach der körperlichen Untersuchung und Röntgenaufnahmen wird meist eine Magnetresonanztomografie (MRT) durchgeführt. Sie zeigt nicht nur den Kreuzbandriss selbst, sondern auch mögliche Begleitverletzungen an Menisken, Knorpel oder Seitenbändern – entscheidende Informationen für die Wahl der Therapie. Und genau hier stellt sich die zentrale Frage: Muss operiert werden oder geht es auch ohne?

Grundsätzlich gibt es zwei Behandlungsstrategien: konservativ ohne Operation oder operativ mit Kreuzbandersatz.

 

"Ob mit oder ohne Operation – der entscheidende Teil der Behandlung ist die Rehabilitation."

 

Konservative Therapie: Stabilität durch Training

Lea entscheidet sich gegen eine Ope­ration. Zusätzliche Verletzungen liegen nicht vor, und ihr Knie ist im ­ Alltag ausreichend stabil. In der Physiotherapie trainiert sie gezielt die Muskulatur von Oberschenkel, Hüfte und Rumpf. Diese übernimmt einen Teil der stabilisierenden Funktion des gerissenen Bandes. Ergänzt wird das Training durch Gleichgewichts- und Koordinationsübungen, etwa auf instabilen Unterlagen oder mit kon­trollierten Richtungswechseln. Für Menschen mit moderaten sportlichen Ansprüchen kann dieser Weg sehr gut funktionieren. Sie können schmerzfrei arbeiten, gehen und oft auch Sport treiben. Besteht jedoch weiterhin Instabilität, ist eine spätere Operation weiterhin möglich.

Geeignet ist die konservative Behandlung vor allem für:

  • Menschen ohne ausgeprägtes Instabilitätsgefühl
  • weniger sportlich Aktive
  • ältere Patientinnen und Patienten
  • Verletzungen ohne Begleitschäden an Meniskus oder Seitenbändern

Operative Therapie: Ein neues Band aus körpereigener Sehne

Reto entscheidet sich für eine Operation. Sein Ziel ist die Rückkehr in den leistungsorientierten Fussball. Beim Eingriff wird das gerissene Kreuzband nicht genäht, sondern durch eine körpereigene Sehne ersetzt – meist aus der Oberschenkelrückseite oder der Kniescheibensehne. Diese sogenannte Kreuzbandplastik erfolgt minimalinvasiv mittels Arthroskopie. Begleitverletzungen können in derselben Operation behandelt werden.

Eine Operation wird insbesondere empfohlen bei:

  • deutlich spürbarer Instabilität
  • jungen, sportlich sehr aktiven Menschen
  • zusätzlichen Verletzungen wie Meniskusrissen

Rehabilitation: Der eigentliche Schlüssel zum Erfolg

Ob mit oder ohne Operation – der entscheidende Teil der Behandlung ist die Rehabilitation. In den ersten Wochen stehen Abschwellung und Wiedererlangen der Beweglichkeit im Vordergrund. Je nach Verletzungsausmass kommen zeitweise eine Schiene und eingeschränkte Belastung zum Einsatz. Danach folgt ein gezielter Muskelaufbau, später Koordinations- und sportartspezifisches Training. Reto benötigt rund neun Monate, bevor er wieder ins Mannschaftstraining einsteigt. «Das Schwierigste war, Geduld zu haben und konsequent zu bleiben», sagt er. «Aber das Knie fühlt sich wieder stabil an.» Ein zu früher Wiedereinstieg erhöht dagegen das Risiko für erneute Verletzungen erheblich.

Bleibt ein Knie dauerhaft instabil, kann es langfristig zu Schäden an Meniskus und Gelenkknorpel kommen. Diese Strukturen wirken wie Stossdämpfer. Werden sie geschädigt, droht ein vorzeitiger Gelenkverschleiss – eine Arthrose. Ziel jeder Therapie ist deshalb neben Schmerzfreiheit vor allem die Wiederherstellung der Stabilität.

Fazit

Ein Riss des vorderen Kreuzbandes ist ein einschneidendes Ereignis – aber heute kein dauerhaftes Aus für Sport oder Beruf. Moderne Behandlungskonzepte ermöglichen den meisten Betroffenen die Rückkehr in ein aktives Leben. Allerdings braucht die Heilung Zeit: In der Regel dauert die Rehabilitation sechs bis zwölf Monate. Die Beispiele von Reto und Lea zeigen, dass es nicht den einen richtigen Weg gibt. Entscheidend ist eine individuell angepasste Therapie – und die Bereitschaft, dem Knie die nötige Zeit zur Heilung zu geben. Denn Stabilität entsteht nicht über Nacht, sondern Schritt für Schritt.

Zuweisung

Gerne beraten wir Sie in unserer Sprechstunde – für eine Zuweisung wenden Sie sich bitte an Ihren Hausarzt.

Kontakt Spital Zofingen:
062 746 51 02
chirurgischeklinik@spitalzofingen.ch

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Spital Zofingen

Dr. med. univ. Peter Požgainer

Specialisation
Visceral surgery, General surgery
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