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Adenomyose: Wenn Schmerzen nicht normal sind

Starke Regelschmerzen, sehr starke Blutungen oder wiederkehrende Unterbauchschmerzen werden von vielen Frauen lange als normal hingenommen. Dahinter kann jedoch eine Adenomyose stecken. PD Dr. med. Patrick Imesch erklärt im Podcast, wie sich die Erkrankung bemerkbar machen kann, weshalb die Diagnose anspruchsvoll ist und welche Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung stehen.

Wer während der Menstruation regelmässig starke Schmerzen hat, häufig Schmerzmittel benötigt oder den Alltag nach dem eigenen Zyklus ausrichten muss, sollte diese Beschwerden nicht einfach hinnehmen. Auch sehr starke oder lange Blutungen, Zwischenblutungen, Schmerzen beim Geschlechtsverkehr oder chronische Unterbauchschmerzen können auf eine gynäkologische Erkrankung hinweisen.

Eine mögliche Ursache ist die Adenomyose. Dabei befindet sich gebärmutterschleimhautähnliches Gewebe innerhalb der Muskulatur der Gebärmutter. Die Erkrankung wird häufig zusammen mit der Endometriose genannt, ist jedoch ein eigenständiges Krankheitsbild. Während sich die Endometriose ausserhalb der Gebärmutter ausbreitet, betrifft die Adenomyose die Gebärmuttermuskulatur. Beide Erkrankungen können gleichzeitig auftreten.

Weshalb die Diagnose anspruchsvoll sein kann

 

Die Beschwerden einer Adenomyose sind nicht bei allen Patientinnen gleich ausgeprägt. Neben Schmerzen und Blutungsstörungen können starke Menstruationen langfristig auch zu Eisenmangel oder Blutarmut führen. Müdigkeit, Erschöpfung und eine eingeschränkte Leistungsfähigkeit können die Folge sein. Bei einigen Frauen kann die Erkrankung zudem im Zusammenhang mit einem unerfüllten Kinderwunsch eine Rolle spielen.

Für die Diagnose ist ein ausführliches Gespräch besonders wichtig. Dabei werden die Art der Beschwerden, ihr zeitliches Auftreten und bisherige Behandlungen berücksichtigt. Eine zentrale Rolle spielt zudem der fachkundig durchgeführte transvaginale Ultraschall. Da die Veränderungen teilweise nur diskret erkennbar sind, braucht es Erfahrung und eine sorgfältige Gesamtbeurteilung.

Ein zunächst unauffälliger Befund bedeutet deshalb nicht automatisch, dass keine Ursache für die Beschwerden besteht.

Die Behandlung richtet sich nach der persönlichen Situation

 

Welche Therapie geeignet ist, hängt von den Beschwerden, der Ausprägung der Erkrankung, der individuellen Lebenssituation und einem möglichen Kinderwunsch ab. Zur Verfügung stehen unter anderem schmerzlindernde und hormonelle Behandlungen. In ausgewählten Fällen können auch interventionelle oder operative Verfahren besprochen werden.

Im Podcast erklärt PD Dr. med. Patrick Imesch, weshalb eine persönliche Beratung und eine langfristige Begleitung wichtig sind. Gemeinsam mit der Patientin wird abgewogen, welche Behandlung zu ihren Bedürfnissen passt und wie sich Schmerzen, Blutungen und die damit verbundenen Einschränkungen möglichst wirksam reduzieren lassen.

Wer Angst vor der nächsten Menstruation hat oder sein berufliches und privates Leben regelmässig nach den Beschwerden ausrichten muss, sollte eine fachärztliche Abklärung in Anspruch nehmen.

Hören Sie jetzt in den Podcast rein und erfahren Sie mehr über die Symptome, die Diagnose und die individuellen Behandlungsmöglichkeiten bei Adenomyose.

Der Medizinpodcast entstand in Kooperation mit Radio 1 und der Privatklinik Bethanien.

Mehr erfahren:

Our speakers

Privatklinik Bethanien

PD Dr med Patrick Imesch

Specialisation
Gynaecology, Obstetrics