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19.02.2026

Gesundheitscheck ab 40: Was empfiehlt die Medizin wirklich?

Mit 40 bricht die Welt nicht plötzlich zusammen. Dennoch verändert sich etwas. Oftmals beginnt man in diesem Alter, eine anhaltendere Müdigkeit, eine langsamere Erholung, ein paar zusätzliche Kilos oder eine erhöhte Stressempfindlichkeit zu verspüren. All dies sind diskrete Signale, die tiefgreifende Veränderungen in unserem Organismus widerspiegeln.

Für Professor Pierre-Olivier Lang, den medizinischen Direktor der Clinique de Genolier und Koordinator der Vorsorgeuntersuchungen, ist das 40. Lebensjahr ein wichtiger Zeitpunkt, um eine allgemeine Bestandsaufnahme der eigenen Gesundheit vorzunehmen – auch und vor allem, wenn man sich in guter Verfassung fühlt.

Was ist ein Gesundheitscheck?

Ein Gesundheitscheck ist eine Vorsorgeuntersuchung für Personen, die augenscheinlich gesund sind. Dabei geht es nicht darum, auf Symptome zu reagieren, sondern vorausschauend zu handeln. Das Untersuchungsprogramm wird dabei individuell auf Alter, Geschlecht, persönliche und familiäre Vorgeschichte sowie Lebensweise abgestimmt. Das Ziel besteht darin, Ungleichgewichte oder Risikofaktoren, welche die Lebensqualität, Mobilität oder Gesundheit mittel- bis langfristig beeinträchtigen könnten, so früh wie möglich zu erkennen.

Zwar gibt es kein festgelegtes Alter für eine erste Untersuchung, aber mit vierzig ist ein guter Zeitpunkt dafür. Eine gründliche Untersuchung ist vorher oft verfrüht, es sei denn, es liegen besondere Umstände oder eine spezifische Vorgeschichte vor. Mit etwa 40 Jahren hingegen rechtfertigen die ersten biologischen Veränderungen eine Gesundheitsuntersuchung.

40 Jahre: der biologische Wendepunkt

Auch wenn sich mit dem Erreichen dieses Alters keine plötzlichen Veränderungen einstellen, markiert die Lebensmitte den Beginn zahlreicher physiologischer Umstellungen. So sinkt beispielsweise der Grundumsatz allmählich um etwa 5 bis 10 % pro Jahrzehnt. Das bedeutet, dass der Körper bei gleicher Aktivität weniger Kalorien verbraucht. Werden die Ernährungsgewohnheiten und das Mass an körperlicher Aktivität nicht angepasst, begünstigt dies eine Gewichtszunahme, insbesondere in Form von Fettmasse.

Diese Zunahme des Fettgewebes ist jedoch nicht harmlos. Es stört den Zucker- und Fettstoffwechsel und begünstigt das Auftreten von Störungen wie Insulinresistenz, Hypercholesterinämie oder langfristig Diabetes. Diese Phänomene hängen unter anderem mit hormonellen Veränderungen zusammen: einem allmählichen Rückgang des Testosteronspiegels bei Männern sowie einer Abnahme des Wachstumshormons bei beiden Geschlechtern.

Gleichzeitig verändert sich das Herz-Kreislauf-System. Die Arterien werden steifer, der Blutdruck steigt tendenziell an und es entwickeln sich allmählich kardiovaskuläre Risikofaktoren. Auf kognitiver Ebene sind eine Verlangsamung der Informationsverarbeitung, eine erhöhte Ermüdbarkeit und eine grössere Stressempfindlichkeit festzustellen.

Auch der Schlaf verändert sich: Er wird leichter, man wacht häufiger nachts auf und erholt sich weniger gut. Bei Frauen können die Zyklen bereits lange vor den Wechseljahren unregelmässig werden, während der Hormonabfall bei Männern allmählich Auswirkungen auf die Muskelmasse, die Knochendichte und die Beweglichkeit hat.

Warum sollte man einen Check-up machen, wenn man sich gesund fühlt?

Der Hauptvorteil der Vorsorgeuntersuchung mit 40 Jahren ist die frühzeitige Erkennung dieser stillen Veränderungen. Mithilfe der Untersuchung können wichtige Parameter wie Blutdruck, Blutfettwerte, Blutzucker, Körperzusammensetzung, Schilddrüsenfunktion oder bestimmte Vitaminmängel, insbesondere Vitamin D, überwacht werden.

Funktionelle Untersuchungen wie Belastungstests bewerten die kardiorespiratorische Leistungsfähigkeit und Ausdauer. Somit wird über die reine Suche nach Krankheiten hinausgegangen.

Der Check-up umfasst auch die ersten empfohlenen Krebsvorsorgeuntersuchungen wie die Darmkrebsvorsorge für Frauen und Männer sowie die Brustkrebsvorsorge für Frauen.

Der Check-up ist der ideale Zeitpunkt, um sich um seine Gesundheit zu kümmern und für die Zukunft vorzusorgen. Er ermöglicht es, auf der Grundlage individueller Empfehlungen gute Gewohnheiten in den Alltag zu integrieren, um dem Auftreten bestimmter Erkrankungen vorzubeugen.

Fotografie einer Vorsorgeuntersuchung, die ein Arzt an einem Patienten durchführt

Das wird medizinisch untersucht:

  • Untersuchung wichtiger Parameter: Blutdruck, Blutfettwerte, Blutzucker, Körperzusammensetzung
  • Überwachung der Schilddrüsenfunktion und Vitaminmängel
  • Funktionelle Untersuchungen (Belastungstests)
  • Krebsvorsorgeuntersuchungen

Welche medizinischen Untersuchungen sind mit 40 Jahren wirklich sinnvoll?

Mit 40 Jahren sollten die Untersuchungen zielgerichtet und relevant sein. Blutuntersuchungen dienen der Untersuchung des Stoffwechsels, während sich bildgebende Verfahren auf Arterien, Herz, Lunge und Leber konzentrieren. Insbesondere können sie eine Fettleber erkennen. Herz-Lungen-Untersuchungen vervollständigen die Gesamtbewertung.

Es bringt jedoch keinen Nutzen, invasive oder kostspielige Untersuchungen ohne klare Indikation zu vervielfachen. Bestimmte fortgeschrittene bildgebende Untersuchungen bergen Risiken (Kontrastmittel, Röntgenstrahlen), die ohne vorherige Warnsignale nicht gerechtfertigt sind. Prävention erfordert Mass und Genauigkeit.

Welche gesundheitlichen Probleme kann eine Vorsorgeuntersuchung bei 40-Jährigen möglicherweise aufdecken?

Meist werden Ungleichgewichte im Stoffwechsel, in den Gelenken, im Bereich Stress und Schlaf sowie bei bestimmten Risikokonsumgewohnheiten wie Alkohol und Tabak festgestellt. In einem von Leistungsstreben geprägten gesellschaftlichen Kontext sind emotionale und berufliche Probleme ebenfalls häufig.

Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Krebserkrankungen sind in diesem Alter hingegen seltener, sofern keine besondere familiäre Vorbelastung vorliegt. Der Vorteil der Vorsorgeuntersuchung besteht darin, dass sie eingreifen kann, bevor diese Erkrankungen auftreten, und somit die Gesundheit und Lebensqualität für die kommenden 15 bis 20 Jahre erhält.

Gesundheitscheck: Unterschiede zwischen den Geschlechtern

Fotografie eines Paars beim Gesundheitscheck

Ein Check-up kann bei Frauen und Männern nicht gleich sein. Biologische, hormonelle und genetische Unterschiede beeinflussen die Risiken, Symptome und das Ansprechen auf Behandlungen. Hinzu kommen soziale Faktoren und historische Verzerrungen in der medizinischen Forschung, die sich lange Zeit auf männliche Populationen konzentriert hat.

So verfügen Frauen beispielsweise über ein reaktionsfähigeres Immunsystem, das einen besseren Schutz vor bestimmten Infektionen bietet, aber auch das Risiko für Autoimmunerkrankungen erhöht.

Da sich viele Krankheiten wie beispielsweise Herzinfarkte je nach Geschlecht unterschiedlich äussern, ist ein individueller klinischer und präventiver Ansatz erforderlich.

Und was passiert nach dem Check-up?

Der Check-up bildet nur den Ausgangspunkt. Seine Wirksamkeit hängt vom persönlichen Engagement und der schrittweisen Umsetzung der daraus resultierenden Empfehlungen ab. Die Nachsorge wird dann an die ersten Ergebnisse angepasst, sodass nicht alle Untersuchungen jedes Jahr wiederholt werden müssen. Nach der ersten Gesundheitsuntersuchung schlagen unsere Fachärzte einen auf die kommenden Jahre abgestimmten Nachsorgeplan vor.

Im Swiss Medical Network werden Patienten während ihrer gesamten Behandlung begleitet. Wir ein Ungleichgewicht oder ein Gesundheitsproblem festgestellt, verfügen unsere Teams über das erforderliche Fachwissen und die notwendige Infrastruktur, um eine koordinierte, personalisierte und schnelle Behandlung zu gewährleisten.

40 Jahre: ein Meilenstein, den man fürchten muss ... oder eine Chance, die man nutzen sollte?

Für Professor Pierre-Olivier Lang ist die Antwort klar: 40 ist kein Alter, das man fürchten muss, sondern eine Chance. Es ist ein Wendepunkt, an dem physiologische Veränderungen einsetzen, aber auch der Zeitpunkt, an dem vorbeugende Massnahmen am wirksamsten sind. Eine an diese physiologischen Veränderungen angepasste Lebensweise kann den Gesundheitszustand in den folgenden 20 bis 30 Jahren entscheidend beeinflussen.

Sich mit 40 Jahren um seine Gesundheit zu kümmern, bedeutet nicht, das Schlimmste zu erwarten, sondern in seine Zukunft zu investieren.

Unser Experte

Prof. Lang ist Facharzt für Innere Medizin (FMH) und hat an der Universität Strassburg studiert, bevor er sich auf Public Health und Geriatrie spezialisiert hat. Anschliessend führte ihn seine Laufbahn an mehrere renommierte akademische Einrichtungen, darunter das HUG, das CHUV sowie die Anglia Ruskin University in Cambridge.
 
Im Laufe seiner Karriere hat er sich mit seinem ganzheitlichen, menschlichen und interdisziplinären Ansatz ein anerkanntes Fachwissen in der Betreuung älterer Menschen und schutzbedürftiger Bevölkerungsgruppen angeeignet. Mit seinem besonderen Gespür für die Herausforderungen der Präventivmedizin koordiniert er heute personalisierte Vorsorgeprogramme. Er ist überzeugt, dass Prävention, Verständnis und Vorausschau das Herzstück einer hochwertigen Medizin bilden.

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