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27.01.2026

Herzstolpern: Harmlos oder Warnsignal?

Herzstolpern gehört zu den häufigsten Gründen für Unsicherheit rund ums Herz. Während einzelne Extraschläge meist ungefährlich sind, sollte ein anhaltend unregelmässiger Puls ernst genommen werden.

Plötzlich stolpert das Herz, setzt kurz aus oder schlägt ungewohnt kräftig. Dieses Gefühl verunsichert viele Menschen, besonders mit zunehmendem Alter. Die gute Nachricht: In den meisten Fällen ist Herzstolpern harmlos. Dennoch gibt es Situationen, in denen eine medizinische Abklärung wichtig ist, um ernsthafte Herzrhythmusstörungen rechtzeitig zu erkennen.

Was passiert beim Herzstolpern?

Unser Herz schlägt normalerweise in einem gleichmässigen Rhythmus. Dieser wird durch elektrische Impulse gesteuert, die sich koordiniert im Herzen ausbreiten. Kommt es zu zusätzlichen oder verfrühten Herzschlägen, spricht man von sogenannten Extraschlägen. Sie sind sehr häufig und treten auch bei Menschen ohne Herzerkrankung auf. Solche Extraschläge können sich wie ein kurzes Aussetzen, ein Stolpern oder ein besonders kräftiger Schlag anfühlen. Auslöser sind oft ganz alltägliche Faktoren wie Stress, Aufregung, Schlafmangel, Kaffee, Alkohol oder Infekte. Viele Betroffene nehmen Herzstolpern besonders in Ruhe wahr, etwa abends im Bett. In der Regel sind diese einzelnen Stolperer ungefährlich, auch wenn sie sich unangenehm anfühlen können.

Wann sollte man genauer hinsehen?

Nicht jedes Herzstolpern ist gleich zu bewerten. Entscheidend sind Häufigkeit, Dauer und Begleitsymptome. Gelegentliche kurze Extraschläge sind meist harmlos. Ist der Herzschlag jedoch über mehrere Minuten hinweg schnell und unregelmässig oder treten die Beschwerden wiederholt auf, sollte dies ärztlich abgeklärt werden. Besonders aufmerksam sollte man sein, wenn zusätzlich Symptome wie Schwindel, Atemnot, Brustschmerzen oder eine deutlich verminderte Leistungsfähigkeit auftreten. In diesen Fällen ist eine zeitnahe medizinische Beurteilung wichtig.

Wann sollte Herzstolpern ärztlich abgeklärt werden?

  • Anhaltend unregelmässiger Herzschlag oder Episoden von schnellem, unregelmässigem Herzschlag über mehrere Minuten
  • Begleitender Schwindel, Atemnot oder Brustschmerzen
  • Ungewöhnliche Müdigkeit oder deutlich verminderte Belastbarkeit
  • Bekannte Herz- oder Gefässerkrankungen
  • Bluthochdruck, Diabetes oder früherer Schlaganfall / «Streifung»

Im Zweifel lieber einmal zu viel als zu wenig abklären lassen.

Wann ist Herzstolpern meist harmlos?

  • Sehr kurze Dauer (Sekunden bis wenige Schläge)
  • Vor allem in Ruhe oder abends beim Schlafengehen
  • Bekannte Auslöser wie Stress, Aufregung,Kaffee oder Schlafmangel
  • Keine weiteren Symptome wie Schwindel, Atemnot oder Brustschmerzen
  • Normale körperliche Leistungsfähigkeit im Alltag

Vorhofflimmern – oft unbemerkt, aber relevant

Eine wichtige Ursache für einen anhaltend unregelmässigen Herzschlag ist das Vorhofflimmern, die häufigste relevante Herzrhythmusstörung im höheren Lebensalter. Dabei schlägt das Herz unregelmässig und oft schneller als normal. Manche Betroffene spüren starkes Herzklopfen oder innere Unruhe, andere hingegen kaum Beschwerden. Deshalb bleibt Vorhofflimmern nicht selten lange unentdeckt. Durch den ungeordneten Blutfluss im Herzen können sich Blutgerinnsel bilden, die ins Gehirn gelangen und einen Schlaganfall verursachen können. Vorhofflimmern zählt zu den häufigsten Ursachen für Schlaganfälle im höheren Lebensalter. Viele dieser Schlaganfälle wären durch eine rechtzeitige Diagnose und Behandlung vermeidbar.

Wird Vorhofflimmern erkannt, stehen heute sehr wirksame Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung. Dazu gehören Medikamente oder Interventionen zur Kontrolle des Herzrhythmus oder der Herzfrequenz sowie blutverdünnende Medikamente, die das Schlaganfallrisiko deutlich senken können. Voraussetzung dafür ist jedoch, dass die Rhythmusstörung überhaupt festgestellt wird. Ein Ruhe-EKG oder ein Langzeit-EKG kann zeigen, ob harmlose Extraschläge oder behandlungsbedürftige Rhythmusstörungen wie Vorhofflimmern vorliegen. Da manche Störungen nur gelegentlich auftreten, sind manchmal mehrere oder längere Aufzeichnungen nötig. Moderne Blutdruckmessgeräte oder Smartwatches können Hinweise liefern, ersetzen jedoch nicht die ärztliche Untersuchung.

Was Sie selbst tun können

Einzelnes Herzstolpern in Ruhe ist meist harmlos. Hilfreich ist es, den eigenen Puls zu kennen und gelegentlich zu kontrollieren. Achten Sie darauf, wie häufig die Beschwerden auftreten, wie lange sie dauern und ob zusätzliche Symptome hinzukommen. Ein über längere Zeit unregelmässiger Puls sollte ärztlich abgeklärt werden – ebenso bei Unsicherheit oder begleitenden Beschwerden. Im Zweifel ist es nie falsch, Herzstolpern medizinisch abklären zu lassen. Unabhängig davon gilt: Ein herzgesunder Lebensstil ist in jedem Alter wichtig. Regelmässige Bewegung, gute Blutdruckeinstellung, ausreichend Schlaf und der Verzicht auf Rauchen entlasten das Herz und helfen, Herzrhythmusstörungen vorzubeugen.

Fazit

Herzstolpern ist häufig und meist harmlos. Ein anhaltend oder wiederholt unregelmässiger Herzschlag sollte jedoch ärztlich abgeklärt werden. Das schafft Klarheit – und gibt Sicherheit.

 

Weitere Informationen zur Kardiologie

Unsere Referenten

Spital Zofingen

Dr. med. Simon von Gunten

Spezialisierung
Kardiologie