Swiss Medical Network informiert über Zukunft der Privatklinik Lindberg
Swiss Medical Network (SMN) informierte Anfang April 2026 die Mitarbeitenden und die Öffentlichkeit über eine mögliche Veränderung in der Privatklinik Lindberg in Winterthur. Hintergrund ist eine seit Jahren herausfordernde Situation am Standort: Als reines Vertragsspital mit nur 53 Betten und in unmittelbarer Nähe eines grossen öffentlich-rechtlichen Spitals waren die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen nicht ideal. Entsprechend erreichte die Klinik die Gewinnzone seit vielen Jahren nicht mehr.
Konstruktive Partizipation der Mitarbeitenden
Aufgrund der Auswirkungen einer allfälligen Neuausrichtung auf die Mitarbeitenden am Standort Lindberg leitete SMN am 10. April das gesetzlich vorgesehene Konsultationsverfahren ein. Darauf gingen von Seiten der Mitarbeitenden rund 45 Eingaben ein. Inhaltlich wurde in den allermeisten Wortmeldungen an eine sozialverträgliche Umsetzung der Veränderungen appelliert. Ein Team lancierte die Idee eines ambulanten Angebots im Zentrum der Stadt Winterthur. CEO Dino Cauzza bedankte sich an einer Informationsveranstaltung für die konstruktive Reaktion der Mitarbeitenden und nahm zu den Eingaben Stellung.
SMN konzentriert Aktivitäten in Zürich und Schaffhausen
Heute informierte Dino Cauzza die Mitarbeitenden nun über den definitiven Entscheid und die nächsten Schritte: SMN wird die medizinischen Aktivitäten des Lindbergs an der Privatklinik Belair in Schaffhausen und an der Privatklinik Bethanien in Zürich konzentrieren. Diese beiden Einrichtungen verfügen über die nötige medizinische Breite und Grösse für eine hochwertige Versorgung und einen wirtschaftlichen Betrieb. Die Privatklinik Lindberg schliesst ihre Türen gegen Ende Juni. Die Idee, im Zentrum von Winterthur ein Ambulatorium einzurichten, prüft SMN derzeit. Sie hält zu diesem Zweck eine Option auf die Miete einer geeigneten Fläche.
Anschlusslösungen für die meisten Mitarbeitenden gefunden
Rund 70 Mitarbeitende wird SMN nach der Betriebseinstellung nahtlos andernorts weiter beschäftigen. Die Mehrheit der Kolleginnen und Kollegen wechselt nach Zürich bzw. nach Schaffhausen. Damit verbleiben nach wenigen Frühpensionierungen und der Personengruppe, die schon vor Einleitung des Konsultationsverfahrens eine neue Stelle ausserhalb von SMN angenommen hat, derzeit noch 24 Personen ohne Lösung. SMN erarbeitet für diese ein Angebot für einen Wechsel an die Privatklinik Bethanien oder Belair. Falls es nicht zu einer Weiterbeschäftigung kommt, wird SMN diese Mitarbeitenden bei der Stellensuche weiter unterstützen, unter anderem mit der Vermittlung von Angeboten anderer Spitäler. Allen Mitarbeitenden bezahlt SMN im Rahmen der Schliessung der Privatklinik Lindberg eine nach Dienstalter bemessene Austrittsprämie. Zudem entrichtet SMN während sechs Monaten eine Transportpauschale für den Arbeitsweg nach Zürich bzw. Schaffhausen. Mitarbeitende, die die angebotene Lösung nicht akzeptieren können, werden mit einem Monatslohn zusätzlich entschädigt. SMN freut sich, dass alle ihre Lernenden vom Kantonsspital Winterthur (KSW) ein Angebot für die Fortsetzung ihrer Ausbildung erhalten haben.
KSW als Nachmieter am Lindberg
Die Verhandlungen mit dem KSW als künftiger Mieter der frei werdenden Flächen sind abgeschlossen. Das KSW wird dort nach punktuellen Infrastrukturanpassungen die Bereiche Akutgeriatrie und Palliative Care anbieten. Die Betriebsaufnahme ist für Anfang 2027 vorgesehen. Die Bauarbeiten erfolgen zwischen Juli und Dezember 2026.