Ein Gespräch mit Prof. Dr. Dr. Christian Templin, Kardiologe und Internist an der Privatklinik Bethanien, Zürich.
«Der Jahresbeginn ist ein idealer Zeitpunkt, um bewusst einen Gesundheitsfokus zu setzen. Viele Menschen nehmen sich vor, besser auf sich zu achten – ein Check-up bietet dafür eine verlässliche Grundlage. Besonders, weil viele Erkrankungen im frühen Stadium völlig symptomlos sind. Ein Check-up hilft, Risiken zu erkennen, bevor sie zu Beschwerden führen. Das gibt Sicherheit und ermöglicht gezielte Anpassungen im Lebensstil.»
Ein Check-up lohnt sich für jeden Erwachsenen – unabhängig vom Alter. Prävention kann gar nicht früh genug beginnen. Gerade bei jüngeren Menschen finden wir häufig Risikofaktoren, die sie selbst nicht bemerken: erhöhte Blutfette, Blutdruckveränderungen, Stressmarker oder erste Hinweise auf Stoffwechselveränderungen. Zudem gibt es moderne kardiovaskuläre Risikomarker im Blut, welche wir bestimmen können.
Auch wenn noch keine Symptome bestehen, können solche Frühwarnsignale entscheidend sein. Denn die meisten Erkrankungen entwickeln sich über Jahre hinweg. Je früher man sie erkennt, desto besser kann man gegensteuern.
Wir erkennen vor allem frühe Anzeichen von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes und anderen Stoffwechselstörungen, Funktionsstörungen von Schilddrüse, Leber und Niere sowie Gefässveränderungen. Moderne Diagnostik hilft uns, Risiken sichtbar zu machen, bevor sie zu ernsthaften Problemen führen.
Besonders wichtig ist mir: Selbst wenn alle Werte im grünen Bereich sind, lernen viele Patienten viel über ihren Körper. Oft entdecken wir Risikofaktoren, die man mit kleinen Veränderungen – mehr Bewegung, besserer Schlaf, Ernährungsanpassungen – gut beeinflussen kann. Das ist echte Prävention.