Mit dem Centromedico Bellinzona Castello bringt Swiss Medical Network die erste private ambulante chirurgische Einrichtung in den Sopraceneri – und setzt ein Zeichen für die Zukunft der Gesundheitsversorgung in der Schweiz.
Das Herzstück des Zentrums sind zwei ambulante Operationssäle im Erdgeschoss – die ersten dieser Art im Sopraceneri. Darüber befinden sich Facharztpraxen, ein Radiologieinstitut sowie ein Physiotherapiezentrum mit Blick auf die historischen Burgen. Ergänzt wird das Angebot durch Swiss Visio Bellinzona, den ersten Tessiner Standort des Augenheilkunde-Netzwerks der Gruppe, mit medizinischen und chirurgischen Behandlungen für alle Augenerkrankungen einschliesslich refraktiver Laserchirurgie.
Das Zentrum beherbergt ausserdem Ars Medica Bellinzona, den ambulanten Standort der Clinica Ars Medica in Gravesano, spezialisiert auf Orthopädie und ambulante orthopädische Chirurgie.
Die EFAS-Reform (Einheitliche Finanzierung ambulanter und stationärer Leistungen), vom Schweizer Stimmvolk am 24. November 2024 mit 53,3 % angenommen, schafft diese Asymmetrie ab. Ab dem 1. Januar 2028 werden ambulante und stationäre Leistungen nach einem einheitlichen Schlüssel finanziert: Die Kantone übernehmen mindestens 26,9 %, die Krankenkassen höchstens 73,1 %. Ziel ist es, falsche Anreize zu beseitigen und unnötige Spitalaufenthalte zu vermeiden.
Bisher mussten Bewohnerinnen und Bewohner des Sopraceneri für ambulante Eingriffe nach Lugano oder ins öffentliche Spital fahren. Das Zentrum in Bellinzona schliesst diese Lücke. Wer wohnortnah behandelt wird, verliert weniger Arbeitstage, bindet das familiäre Umfeld weniger ein und nimmt Kontrolltermine konsequenter wahr – alles Faktoren, die das Gesamtkosten-bild des Gesundheitssystems beeinflussen.
Mit dem Inkrafttreten von EFAS 2028 und der schrittweisen Erweiterung der obligatorischen ambulanten Eingriffe wird sich das Schweizer System strukturell in eine Richtung entwickeln, die Bellinzona bereits eingeschlagen hat. Das Centromedico Bellinzona Castello zeigt: Kosten senken und Qualität verbessern schliessen sich nicht aus. Es braucht dafür die richtigen Strukturen – und den Mut, in sie zu investieren.
Quellen: Swiss Medical Network, Bundesamt für Gesundheit (BAG), EOC – Kantonsspital Tessin, H+ Die Schweizer Spitäler, santésuisse.