T. Snäkä, A. Friedlaender, M. Graciotti, M. Hernandez, L. Rossier, V. Kirchner, L. Kandalaft, «Personalisierte Krebsimpfstoffe und ihre Integration in Standardtherapien», Cancer Treat. Rev., Band 143, S. 103095, Februar 2026, doi: 10.1016/j.ctrv.2026.103095.
Therapeutische Krebsimpfstoffe erfahren dank Fortschritten in den Bereichen Genomik, künstliche Intelligenz und Verabreichungstechnologien erneut grosses Interesse. Trotz dieses Potenzials finden sie in der klinischen Praxis jedoch noch immer keine breite Anwendung. Die von Tiia Snäkä et al. veröffentlichte Übersichtsarbeit hebt einen zentralen Gedanken hervor: Impfstoffe sollten nicht als eigenständige Therapien betrachtet werden, sondern als Schlüsselelemente, die in bestehende Behandlungsansätze integriert werden müssen.
Die Übersichtsarbeit untersucht zudem die Krankheitsstadien, in denen diese Strategien am wirksamsten sein könnten, insbesondere nach der Erstbehandlung, wenn die Tumorlast gering ist. Sie betont, dass die Einbindung personalisierter Krebsimpfstoffe auf den jeweiligen Tumortyp, das Krankheitsstadium und den Behandlungskontext zugeschnitten sein sollte (Abbildung). Zwar sprechen viele Patienten gut auf Standardbehandlungen wie Operationen, Chemotherapie oder Strahlentherapie an, doch sind Rückfälle nach wie vor häufig – was ein wichtiges Zeitfenster aufzeigt, in dem Impfstoffe eingesetzt werden könnten, um die Immunabwehr zu stärken und ein Wiederauftreten der Erkrankung zu verhindern. Obwohl weiterhin Herausforderungen bestehen, insbesondere hinsichtlich der Kosten, der Logistik und der Patientenauswahl, ist die Zukunft der Krebsimpfstoffe vielversprechend, und es gibt gute Gründe dafür, diese Ansätze in die Erstlinienbehandlung zu integrieren. Langfristig könnte die Einbindung personalisierter Impfstoffe in die Standardversorgungspfade die Krebsbehandlung revolutionieren, indem sie eine gezieltere und nachhaltigere Form der Präzisionsmedizin unterstützt.

Einbindung von Krebsimpfstoffen in den Behandlungsverlauf und über das gesamte Krankheitsspektrum hinweg. Die Wirkungen von Krebsimpfstoffen variieren im Verlauf der Behandlung und hängen sowohl vom Behandlungskontext als auch vom Immunstatus ab. Bei intakter Immunabwehr können Impfstoffe dazu beitragen, Antitumor-Reaktionen anzuregen, während sie bei fortgeschrittener Erkrankung in Kombination mit anderen Therapien dazu beitragen können, die Immunreaktivität wiederherzustellen. Nach der Behandlung können sie den Aufbau eines langfristigen Immungedächtnisses unterstützen und dazu beitragen, das Rückfallrisiko zu senken.