Von Dr. med. Rahel Sahli, Endokrinologin, Ärztezentrum Ittigen
Wenn von Testosteron die Rede ist, denken die meisten an Männer. Dabei ist Testosteron auch bei Frauen ein wichtiges Hormon und in bestimmten Situationen der Wechseljahre sogar therapeutisch relevant.
In diesem Artikel erfahren Sie, welche Funktion Testosteron im weiblichen Körper hat, wann eine Therapie sinnvoll ist und wo ihre Grenzen liegen.
Frauen produzieren Testosteron in deutlich kleineren Mengen als Männer, dennoch spielt es eine Rolle für Libido, Energie, Muskelmasse und allgemeines Wohlbefinden. Anders als Östrogen und Progesteron fällt der Testosteronspiegel in den Wechseljahren nicht steil ab: Die Eierstöcke und die Nebennierenrinde produzieren weiterhin Testosteron, auch nach der Menopause.
Wissenschaftlich belegt: Testosteron kann bei postmenopausalen Frauen mit HSDD die Libido verbessern.
Nicht belegt: Testosteron hilft nicht gegen Erschöpfung, Muskelschmerzen oder Hitzewallungen. Für diese Symptome ist eine klassische Hormonersatztherapie mit Östrogen und Progesteron die erste Wahl.
Sollten nach sechs Monaten keine Verbesserung eintreten oder störende Nebenwirkungen auftreten, empfehle ich, die Therapie wieder abzusetzen.