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16.07.2026

Testosteronmangel beim Mann

Symptome, Diagnose und was wirklich hilft

Von Dr. Rahel Sahli, Endokrinologin, Ärztezentrum Ittigen

Müdigkeit, Antriebslosigkeit, Libidoverlust – viele Männer schieben diese Beschwerden auf Stress oder das Älterwerden. Dabei kann dahinter auch ein Testosteronmangel stecken. Was sind die typischen Zeichen? Wann sollte man zum Arzt? Und was kann man erwarten?

In diesem Artikel erfahren Sie, welche Symptome typisch sind, wann eine ärztliche Abklärung sinnvoll ist und welche Behandlungsmöglichkeiten es gibt.

Was ist ein Testosteronmangel?

Testosteron ist das wichtigste männliche Sexualhormon. Es beeinflusst Muskelmasse, Knochendichte, Libido, Stimmung, Energie und Stoffwechsel. Ein Mangel – medizinisch «Hypogonadismus» genannt – kann verschiedene Ursachen haben: Erkrankungen der Hoden oder der Hirnanhangsdrüse, aber auch Übergewicht, chronische Erkrankungen oder das natürliche Altern. Der Testosteronspiegel beginnt bei Männern bereits ab dem 35. Lebensjahr langsam abzusinken.

Typische Symptome

Sexuelle Symptome sind am häufigsten und am spezifischsten:

  • Libidoverlust
  • Erektionsstörungen
  • Weniger spontane Erektionen

Weitere typische Zeichen:

  • Brustbildung beim Mann (Gynäkomastie)
  • Schwitzen und Hitzewallungen
  • Knochenbrüche bei geringer Krafteinwirkung

Weniger spezifische, aber häufige Symptome:

  • Anhaltende Müdigkeit und Energieverlust
  • Depressive Verstimmung
  • Schlafstörungen
  • Abnahme von Muskelmasse und -kraft
  • Zunahme von Bauchfett

Wann und wie wird gemessen?

Die Blutentnahme muss unter standardisierten Bedingungen erfolgen:

  • Zeitpunkt: Morgens zwischen 7 und 10 Uhr
  • Zustand: Nüchtern
  • Mindestens zwei Messungen an verschiedenen Tagen

Ein einzelner Wert im unteren Bereich ist noch keine Diagnose. Erst die Kombination aus tiefen Laborwerten und passender Symptomatik ergibt das vollständige Bild.

Testosteron und Depression – ein Wechselspiel

Ein tiefer Testosteronspiegel kann eine Ursache für Depressionen sein. Aber auch umgekehrt kann eine Depression zu einem «funktionellen» Testosteronmangel führen. Bei Männern mit Depression empfehle ich: Gezielt nach anderen Symptomen eines Testosteronmangels fragen – und wenn das Gesamtbild passt, eine Labordiagnostik durchführen.

Was bringt eine Therapie – und was nicht?

Was eine Therapie leisten kann: Verbesserung von Libido, Energie, Stimmung, Muskelmasse und Knochendichte – wenn der Mangel die Ursache der Beschwerden ist. Was sie nicht ist: ein Jungbrunnen, ein Leistungsbooster oder ein Ersatz für einen gesunden Lebensstil.

Lebensstil als erster Schritt

  • Schlaf: Ein wesentlicher Teil der Testosteronproduktion findet nachts statt.
  • Gewicht: Bereits 5% Gewichtsreduktion können den Spiegel messbar verbessern.
  • Bewegung: Adäquates Training wirkt sich positiv auf den Testosteronspiegel aus. Dabei ist ein ausgewogenes Verhältnis entscheidend: Chronisches Übertraining ohne ausreichende Regeneration kann zu einem Abfall des Testosteronspiegels und gleichzeitig zu erhöhten Cortisolwerten führen.
  • Stress: Chronischer Stress erhöht Cortisol und hemmt die Testosteronproduktion.

Ich bin gerne für Sie da

Dr. med. Rahel Sahli
Fachärztin für Endokrinologie
Ärztezentrum Ittigen

Dr. med. Sahli studierte Medizin an der Universität Zürich und schloss ihr Studium 1994 ab. Nach ihrer Weiterbildung an verschiedenen renommierten Kliniken in der Schweiz, darunter das Inselspital Bern, erwarb sie 2005 den Facharzttitel für Endokrinologie und Diabetologie sowie 2007 den Facharzttitel für Innere Medizin. Von 2008 bis 2011 war sie als Oberärztin an der Universitätsklinik für Endokrinologie, Diabetologie und Klinische Ernährung des Inselspitals Bern tätig. Anschliessend arbeitete sie im STEPS Stoffwechselzentrum Biel sowie ab 2014 in der Sanacare Gruppenpraxis Bern. Neben ihrer klinischen Tätigkeit engagiert sie sich in verschiedenen Fachgremien und verfügt über langjährige Expertise in den Bereichen Diabetes, Stoffwechselerkrankungen und Endokrinologie. Seit 2026 verstärkt sie das Team des Ärztezentrums Ittigen und bringt ihre umfassende Erfahrung in die Betreuung ihrer Patientinnen und Patienten ein.

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