E, Pacheco-Barcia V, Alkan A, Akkus E, Danisman FB, Nixon I, Eniu A, Urun Y. Imposter-Syndrom, Burnout und maladaptiver Perfektionismus bei Fachkräften in der Onkologie: Eine globale Querschnittsstudie. JCO Oncol Pract. 25. Februar 2026:OP2500816. doi: 10.1200/OP-25-00816. PMID: 41740061.
Burnout in der Onkologie ist ein wichtiges Thema, da es nicht nur darum geht, dass sich medizinische Fachkräfte erschöpft fühlen. Es kann sich auf die berufliche Zufriedenheit, die Personalbindung und letztlich auf die Qualität der Patientenversorgung auswirken. Die Onkologie ist ein besonders anspruchsvolles Fachgebiet, das durch hohe emotionale Intensität, ständigen wissenschaftlichen Fortschritt und grosse klinische Verantwortung geprägt ist. Aus diesem Grund ist das Verständnis der Ursachen für Burnout bei Fachkräften in der Onkologie für die Zukunft der Krebsversorgung von grosser Bedeutung.
Diese Studie ergab, dass Burnout unter Fachkräften in der Onkologie weit verbreitet war und in engem Zusammenhang mit zwei psychologischen Faktoren stand: dem Hochstapler-Syndrom und maladaptivem Perfektionismus. Mit anderen Worten: Burnout schien nicht nur mit externen Belastungen wie der Arbeitsbelastung zusammenzuhängen, sondern auch mit inneren Erfahrungen wie Selbstzweifeln und dem anhaltenden Gefühl, trotz harter Arbeit und Erfolgen nicht gut genug zu sein. Eine der wichtigsten Erkenntnisse war, dass maladaptiver Perfektionismus nicht gleichbedeutend ist mit einfach nur hohen Ansprüchen. Hohe Ansprüche an sich sind zwar nicht unbedingt schädlich, doch die Belastung durch das Gefühl, diesen Ansprüchen ständig nicht gerecht zu werden, stand in engem Zusammenhang mit Burnout.
Die Studie deutete zudem darauf hin, dass jüngere Fachkräfte in der Onkologie sowie Berufseinsteiger besonders anfällig sein könnten, während Faktoren wie Dienstalter, Elternschaft und Schulungen zur psychischen Gesundheit eine schützende Rolle spielen könnten. Insgesamt stützen diese Ergebnisse die Auffassung, dass Burnout in der Onkologie sowohl durch strukturelle als auch durch psychologische Ansätze bekämpft werden sollte. Es reicht möglicherweise nicht aus, Einzelpersonen zu mehr Resilienz zu ermutigen; es sind auch unterstützende Arbeitsumgebungen und gezielte Strategien erforderlich, die sich mit dem «Impostor-Syndrom» und maladaptiver Selbstkritik befassen.