Jeden Tag wehrt unser Immunsystem Krankheitserreger ab, ohne dass wir es überhaupt bemerken. Doch wenn es um Krebs geht, stösst diese natürliche Abwehr an ihre Grenzen, da Tumorzellen aus unserem eigenen Körper stammen und oft nicht als Bedrohung erkannt werden. Genau hier setzt ein Forschungsschwerpunkt an, den das Swiss Medical Network in Genolier verfolgt: personalisierte therapeutische Krebsimpfstoffe.
Krebs ist nach wie vor eine der grössten Herausforderungen der Medizin. In der Schweiz wird jedes Jahr bei rund 48'000 Menschen Krebs diagnostiziert, das sind fast 130 pro Tag. Fast 17.000 Menschen sterben jedes Jahr daran. Gleichzeitig wächst die Zahl der Menschen, die mit oder nach einer Krebserkrankung leben, stetig weiter und liegt mittlerweile bei rund 450.000. Für sie können gezieltere Therapien einen echten Unterschied machen.
Zwischen einer vielversprechenden Idee im Labor und einer verfügbaren Therapie liegt ein langer Weg. Personalisierte Impfstoffe müssen in einem anspruchsvollen Verfahren hergestellt werden und erfordern eine spezialisierte Infrastruktur sowie erfahrenes Personal. Die Finanzierung spielt eine ebenso wichtige Rolle, da die Entwicklung Zeit und Ressourcen erfordert. In der Abteilung für klinische Studien des Swiss Medical Network in Genolier laufen diese Fäden zusammen. Unter der Leitung von Prof. Lana E. Kandalaft, einer Spezialistin für Immunologie und Onkologie, bereitet sich das Team darauf vor, klinische Studien in der Schweiz durchzuführen.
Die klinische Forschung wird zeigen, ob personalisierte Impfstoffe eines Tages zum Standard in der Krebsbehandlung werden. Sicher ist, dass die Richtung stimmt: weg von einer Einheitsbehandlung hin zu einer Medizin, die auf jeden Einzelnen zugeschnitten ist. Mit seiner Forschung in Genolier trägt das Swiss Medical Network dazu bei, diesen Weg zu ebnen.