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23.07.2026

Wie das Immunsystem lernt, Krebs zu bekämpfen

Jeden Tag wehrt unser Immunsystem Krankheitserreger ab, ohne dass wir es überhaupt bemerken. Doch wenn es um Krebs geht, stösst diese natürliche Abwehr an ihre Grenzen, da Tumorzellen aus unserem eigenen Körper stammen und oft nicht als Bedrohung erkannt werden. Genau hier setzt ein Forschungsschwerpunkt an, den das Swiss Medical Network in Genolier verfolgt: personalisierte therapeutische Krebsimpfstoffe.

Ein Impfstoff, der heilt statt vorbeugt

Das Wort «Impfstoff» kann leicht missverstanden werden. Die meisten Menschen verbinden Impfungen mit der Vorbeugung gegen Infektionskrankheiten. Ein therapeutischer Krebsimpfstoff dient einem anderen Zweck. Er wird Menschen verabreicht, die bereits an Krebs erkrankt sind, und soll das Immunsystem darauf trainieren, Tumorzellen zu erkennen. Die körpereigenen Abwehrkräfte werden dabei zum eigentlichen Wirkstoff.

Ein auf jeden Einzelnen zugeschnittener Impfstoff

Was diesen Ansatz so einzigartig macht, ist seine Individualisierung. Jeder Tumor weist seine eigenen molekularen Merkmale auf. Anhand dieser Merkmale lässt sich bestimmen, worauf das Immunsystem trainiert werden muss. Das Ergebnis ist ein massgeschneiderter Impfstoff für jeden Patienten, der genau auf dessen Tumor abgestimmt ist. Man kann sich das wie eine Phantombild-Skizze vorstellen, die dem Immunsystem sagt, wonach es Ausschau halten soll.

Warum diese Forschung wichtig ist

Krebs ist nach wie vor eine der grössten Herausforderungen der Medizin. In der Schweiz wird jedes Jahr bei rund 48'000 Menschen Krebs diagnostiziert, das sind fast 130 pro Tag. Fast 17.000 Menschen sterben jedes Jahr daran. Gleichzeitig wächst die Zahl der Menschen, die mit oder nach einer Krebserkrankung leben, stetig weiter und liegt mittlerweile bei rund 450.000. Für sie können gezieltere Therapien einen echten Unterschied machen.

Der Weg von der Idee zur Therapie

Zwischen einer vielversprechenden Idee im Labor und einer verfügbaren Therapie liegt ein langer Weg. Personalisierte Impfstoffe müssen in einem anspruchsvollen Verfahren hergestellt werden und erfordern eine spezialisierte Infrastruktur sowie erfahrenes Personal. Die Finanzierung spielt eine ebenso wichtige Rolle, da die Entwicklung Zeit und Ressourcen erfordert. In der Abteilung für klinische Studien des Swiss Medical Network in Genolier laufen diese Fäden zusammen. Unter der Leitung von Prof. Lana E. Kandalaft, einer Spezialistin für Immunologie und Onkologie, bereitet sich das Team darauf vor, klinische Studien in der Schweiz durchzuführen.

Die klinische Forschung wird zeigen, ob personalisierte Impfstoffe eines Tages zum Standard in der Krebsbehandlung werden. Sicher ist, dass die Richtung stimmt: weg von einer Einheitsbehandlung hin zu einer Medizin, die auf jeden Einzelnen zugeschnitten ist. Mit seiner Forschung in Genolier trägt das Swiss Medical Network dazu bei, diesen Weg zu ebnen.

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Lana Kandalaft

Chief of Clinical and Translational Research

Michele Graciotti

Director of clinical development

Laetitia Rossier

Director of clinical trial unit

Tiia Snäkä

Miriam Hernandez Bailon

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