Um Sport in der Schwangerschaft ranken sich viele Gerüchte und Mythen. Was aus medizinischer Sicht empfohlen wird, verrät uns Gynäkologin Dr. med. Susanne Baer Altorfer im Interview.
Dr. Baer Altorfer: Heute ist das definitiv anders: Moderater Sport wird grundsätzlich empfohlen. Bewegung tut gut, das gilt auch in der Schwangerschaft. Eine junge Frau, die gesund ist und sich schon immer sportlich betätigt hat, kann bei einer komplikationslosen Schwangerschaft problemlos weiterhin aktiv sein.
Was man nicht tun sollte, ist, in dieser Zeit eine komplett neue Sportart anfangen und sich überfordern. Wer vor der Schwangerschaft zudem eher unsportlich war, sollte unbedingt professionellen Rat einholen und sich instruieren lassen.
Dr. Baer Altorfer: Ist eine Frau gesund und verläuft die Schwangerschaft ohne Komplikationen, kann grundsätzlich bis zur Geburt moderat Sport betrieben werden. Idealerweise geht man es ab der 38. Schwangerschaftswoche etwas ruhiger an, weil die Belastung des Herz-Kreislaufsystem in dieser Phase sehr hoch ist.
Ab der 38. Schwangerschaftswoche und sobald der Körper bereit ist, kann moderate Bewegung – zum Beispiel das Hinabsteigen von Treppen – den natürlichen Prozess der Geburtseinleitung unterstützen.
Dr. Baer Altorfer: Eine Frau kennt ihren Körper in der Regel am besten. Fühlt sie sich nicht wohl, sollte sie die sportliche Ertüchtigung nicht «erzwingen», sondern lieber einen Gang herunterschalten und noch ein bisschen mehr als sonst auf den eigenen Körper hören.
Bei Kontraktionen oder Wehen, Blutungen, Furchtwasserabgang, Schmerzen im Bauch oder Atemnot muss das Training abgebrochen werden. Suchen Sie in diesem Fall unbedingt einen Gynäkologen auf.
Auch Schmerzen am Bewegungsapparat, zum Beispiel an den Hüften, Knien oder Füssen, sollten nicht ignoriert werden. Bewegung in der Schwangerschaft ist gut, aber sie darf keine Zusatzlast sein. Das darf man nicht unterschätzen.
Dr. Baer Altorfer: Fühlt sich eine Schwangere unwohl oder unsicher, sollte sie nie Hemmungen haben, mit ihrem behandelnden Gynäkologen Rücksprache zu halten. Dies lieber einmal zu oft als zu wenig. Es ist die Aufgabe von uns Ärzten, Patienten transparent aufzuklären, sodass sie sich jederzeit sicher und wohlfühlen. Das Vertrauensverhältnis ist sehr wichtig.
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