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Sport in der Schwangerschaft | Swiss Medical Network
16.01.2026

«Ab der 38. Schwangerschaftswoche sollte man es etwas langsamer angehen»

Um Sport in der Schwangerschaft ranken sich viele Gerüchte und Mythen. Was aus medizinischer Sicht empfohlen wird, verrät uns Gynäkologin Dr. med. Susanne Baer Altorfer im Interview.

Früher rieten Gynäkologen von Sport in der Schwangerschaft ab. Wie ist das heute?

Dr. Baer Altorfer: Heute ist das definitiv anders: Moderater Sport wird grundsätzlich empfohlen. Bewegung tut gut, das gilt auch in der Schwangerschaft. Eine junge Frau, die gesund ist und sich schon immer sportlich betätigt hat, kann bei einer komplikationslosen Schwangerschaft problemlos weiterhin aktiv sein.

Was man nicht tun sollte, ist, in dieser Zeit eine komplett neue Sportart anfangen und sich überfordern. Wer vor der Schwangerschaft zudem eher unsportlich war, sollte unbedingt professionellen Rat einholen und sich instruieren lassen.

Bis wann in der Schwangerschaft ist Sport aus medizinischer Sicht empfehlenswert?

Dr. Baer Altorfer: Ist eine Frau gesund und verläuft die Schwangerschaft ohne Komplikationen, kann grundsätzlich bis zur Geburt moderat Sport betrieben werden. Idealerweise geht man es ab der 38. Schwangerschaftswoche etwas ruhiger an, weil die Belastung des Herz-Kreislaufsystem in dieser Phase sehr hoch ist.

Ab der 38. Schwangerschaftswoche und sobald der Körper bereit ist, kann moderate Bewegung – zum Beispiel das Hinabsteigen von Treppen – den natürlichen Prozess der Geburtseinleitung unterstützen.

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Sport in der Schwangerschaft

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Bei welchen körperlichen Signalen sollten Schwangere das Training abbrechen?

Dr. Baer Altorfer: Eine Frau kennt ihren Körper in der Regel am besten. Fühlt sie sich nicht wohl, sollte sie die sportliche Ertüchtigung nicht «erzwingen», sondern lieber einen Gang herunterschalten und noch ein bisschen mehr als sonst auf den eigenen Körper hören.

Bei Kontraktionen oder Wehen, Blutungen, Furchtwasserabgang, Schmerzen im Bauch oder Atemnot muss das Training abgebrochen werden. Suchen Sie in diesem Fall unbedingt einen Gynäkologen auf.

Auch Schmerzen am Bewegungsapparat, zum Beispiel an den Hüften, Knien oder Füssen, sollten nicht ignoriert werden. Bewegung in der Schwangerschaft ist gut, aber sie darf keine Zusatzlast sein. Das darf man nicht unterschätzen.

Sport in der Schwangerschaft | Swiss Medical Network

Welchen Mythen oder Fehlannahmen über Sport in der Schwangerschaft begegnen Ihnen häufig?

Dr. Baer Altorfer: Der wohl grösste Mythos ist, dass Sport in der Schwangerschaft schädlich ist. In diesem Zusammenhang wird oft auch befürchtet, dass das Kind zu stark durchgeschüttelt wird oder Wehen durch die sportliche Betätigung frühzeitig ausgelöst werden.

Wie wichtig ist der Austausch mit dem Gynäkologen, wenn man während der Schwangerschaft Sport treiben möchte?

Dr. Baer Altorfer: Fühlt sich eine Schwangere unwohl oder unsicher, sollte sie nie Hemmungen haben, mit ihrem behandelnden Gynäkologen Rücksprache zu halten. Dies lieber einmal zu oft als zu wenig. Es ist die Aufgabe von uns Ärzten, Patienten transparent aufzuklären, sodass sie sich jederzeit sicher und wohlfühlen. Das Vertrauensverhältnis ist sehr wichtig.

Dr. med. Susanne Baer

Über Dr. Susanne Baer Altorfer

Dr. Susanne Baer Altorfer ist Mutter von drei erwachsenen Kindern und vier Enkelkindern. Sie arbeitet seit über 42 Jahren als Gynäkologin. Sie war eine der ersten Oberärztinnen an der Universitätsfrauenklinik Zürich und hatte später 20 Jahre lang eine eigene Praxis. Heute verantwortet sie die ärztliche Gesamtleitung in der Ladies Permanence Stadelhofen.

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