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14.09.2026

Tag 1 – Prävention

Dieser Beitrag ist Teil unserer Serie zur Internationalen Woche der Patientensicherheit 2026 zum Thema nichtübertragbarer Krankheiten. Alle Beiträge der Woche finden Sie hier: Blog-Seite.

Prävention beginnt im Alltag: wenn Sie sich bewegen, ausgewogen ernähren, auf das Rauchen verzichten oder sich impfen lassen. Diese Basis wirkt lange vor dem nächsten Arzttermin.

Daneben gibt es gezielte Untersuchungen – etwa eine Blutdruckmessung, eine Mammographie oder einen Stuhltest. Sicher wird Prävention jedoch erst, wenn die Untersuchung zum richtigen Zeitpunkt erfolgt, das Ergebnis geprüft und ein auffälliger Befund verlässlich weiterverfolgt wird.

Darum geht es am ersten Tag der Patientensicherheitswoche.

Warum eine Untersuchung allein nicht reicht

Stellen Sie sich vor, Sie lassen einen Test machen, der Stuhl auf Blut untersucht – ein wichtiger Schritt zur Darmkrebsvorsorge. Das Ergebnis kommt zurück: auffällig. Doch dann passiert nichts. Niemand ruft an, niemand erklärt, was als Nächstes zu tun ist. Der Test war technisch korrekt – trotzdem war er nicht sicher.

Solche Lücken entstehen häufig an Schnittstellen zwischen Praxis, Labor und Klinik. Integrierte Versorgung schafft einen sicheren Weg, indem alle Beteiligten koordiniert zusammenwirken. Dazu gehört, dass:

  • Erkrankungen und Komplikationen möglichst verhindert,
  • Diagnosen rechtzeitig gestellt und auffällige Ergebnisse zuverlässig weiterverfolgt werden.
  • Ebenso wichtig sind angemessene Untersuchungen, ein guter Informationsaustausch und Ihr aktiver Einbezug in Entscheidungen.

Eine Untersuchung ist nicht automatisch sinnvoll, nur weil sie verfügbar ist. Erst ein verständliches Gespräch über Nutzen und Risiken ermöglicht eine gute gemeinsame Entscheidung.

Vier Wege, wie Prävention wirkt

Je nachdem, ob Sie gesund sind, ein erhöhtes Risiko haben oder bereits mit einer Diagnose leben, wirkt Prävention unterschiedlich:

Gesund bleiben

Das ist die bekannteste Form. Impfungen, mit dem Rauchen aufhören, sich bewegen, sich ausgewogen ernähren, weniger Alkohol – all das kann verhindern, dass eine Krankheit überhaupt erst entsteht.

Früh erkennen

Manche Risiken oder Erkrankungen lassen sich entdecken, bevor Sie überhaupt etwas spüren – zum Beispiel ein erhöhter Blutdruck oder die ersten Anzeichen von Krebs. Je früher das gelingt, desto mehr Möglichkeiten gibt es, frühzeitig gegenzusteuern.

Verschlechterung vorbeugen

Wenn bereits eine Erkrankung besteht – etwa Diabetes oder eine Herz-Kreislauf-Erkrankung – geht es darum, Folgeschäden zu verhindern. Regelmässige Kontrollen, eine gut abgestimmte Medikation und eine strukturierte Nachsorge machen hier den Unterschied.

Nicht zu viel des Guten

Das ist die am wenigsten bekannte, aber genauso wichtige Form von Prävention. Sie schützt Sie davor, unnötig untersucht oder behandelt zu werden. Dazu gehört, eine Untersuchung kritisch zu hinterfragen, wenn der Nutzen unklar ist, regelmässig zu prüfen, ob alle verschriebenen Medikamente wirklich noch nötig sind, und gemeinsam mit Ihnen zu entscheiden, wenn Nutzen und Risiko einer Massnahme nah beieinanderliegen.

Denn mehr Medizin bedeutet nicht automatisch mehr Sicherheit.

Wissenschaftlich fundierte Empfehlungen

Die Schweizer EviPrev-Empfehlungen zeigen, welche Untersuchungen abhängig von Alter, persönlichem Risiko und aktuellem Wissensstand sinnvoll sind.

Drei Beispiele, die viele Menschen betreffen:

  • Darmkrebs-Vorsorge: Für die meisten Menschen zwischen 50 und 75 Jahren empfohlen – entweder alle zwei Jahre ein Test auf Blut im Stuhl oder alle zehn Jahre eine Darmspiegelung. Ein auffälliges Ergebnis muss klar weiter abgeklärt werden.
  • Brustkrebs-Früherkennung: Für Frauen zwischen 50 und 75 Jahren wird alle zwei Jahre eine Mammographie empfohlen. Nutzen und mögliche Risiken – etwa unnötige Folgeuntersuchungen – sollten offen besprochen werden. Bei familiärem Risiko ist eine individuelle fachliche Beratung wichtig.
  • Gebärmutterhalskrebs-Vorsorge: Zwischen 21 und 70 Jahren wird alle drei Jahre ein Screening empfohlen. Bei Frauen von 21 bis 29 Jahren erfolgt dieses zytologisch; zwischen 30 und 70 Jahren zytologisch oder mittels primärem HPV-Test. Auffällige Befunde müssen auch über mehrere Schnittstellen hinweg zuverlässig weiterverfolgt werden.

Prävention über alle Lebensphasen

Welche Massnahme sinnvoll ist, hängt von Alter, Familiengeschichte, bestehenden Erkrankungen und persönlichen Präferenzen ab. 

Was nach einer Untersuchung passiert

Eine Untersuchung ist erst der Anfang. Sicherheit entsteht durch einen klaren Ablauf: Risiko erkennen, gemeinsam besprechen, dokumentieren, Zuständigkeit festlegen, Ergebnis nachverfolgen und den nächsten Schritt sicherstellen.

Worauf es ankommt

Prävention wird zur Patientensicherheit, wenn Risiken nicht nur erkannt, sondern gemeinsam beurteilt, dokumentiert und verlässlich weiterverfolgt werden.

Fünf Fragen für Ihr nächstes Gespräch

Falls Sie demnächst einen Vorsorgetermin haben, können Ihnen diese Fragen helfen, das Gespräch aktiv mitzugestalten:

1. Welche Vorsorgeuntersuchungen sind für mein Alter und mein persönliches Risiko tatsächlich empfohlen?

2. Sind meine Impfungen und wichtigsten Vorsorgeuntersuchungen aktuell?

3. Kenne ich meine wichtigsten Risikofaktoren – zum Beispiel meinen Blutdruck oder familiäre Vorbelastungen?

4. Falls ein Ergebnis auffällig ist: Weiss ich, wer mich informiert und wie es weitergeht?

5. Habe ich auch besprochen, welche Untersuchungen für mich gerade nicht notwendig sind?

Gerade die letzte Frage wird oft vergessen – dabei gehört sie genauso zu guter Vorsorge wie die anderen vier: Es geht nicht um möglichst viel, sondern um das Richtige für Sie.

Wo Sie weitere Unterstützung finden

Rauchstopp-Beratung – stopsmoking.ch

Sucht Schweiz – suchtschweiz.ch

Gesundheitsförderung Schweiz – gesundheitsfoerderung.ch

Herz-Kreislauf-Test – swissheart.ch

Psychische Gesundheit – wie-gehts-dir.ch

Schweizer Präventionsempfehlungen – eviprev.ch

Erfahren Sie mehr über die Woche der Patientensicherheit

Tag 1 – Prävention

Tag 2 – Begleitung bei NCDs

Tag 3 – Patient Empowerment

Tag 4 – Übergaben

Tag 5 – Integrierte Versorgung (VIVA)

Was ist der wichtigste Beitrag, den eine Patientin oder ein Patient zur eigenen Gesundheit leisten kann?

Was ist der erste Schritt, um die eigene Gesundheit aktiv mitzugestalten?

Welchen Rat würden Sie einer Person geben, die gerade die Diagnose einer chronischen Erkrankung erhalten hat?

Welche kleine Ernährungsumstellung kann einen grossen Einfluss auf die Gesundheit haben?