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  • Tag 5 – Integrierte Versorgung (VIVA)
18.09.2026

Tag 5 – Integrierte Versorgung (VIVA)

Dieser Beitrag schliesst unsere Serie zur Internationalen Woche der Patientensicherheit 2026 zum Thema nichtübertragbare Krankheiten ab. 

Integrierte Versorgung: ein Team, eine Akte, ein Ziel

Eine ganze Woche lang ging es um einzelne Bausteine sicherer Versorgung – Prävention, Begleitung, Ihre eigene Rolle und sichere Übergänge. Integrierte Versorgung ist das, was diese Bausteine zusammenhält.

In einem integrierten Versorgungsnetzwerk arbeiten Ihre Hausärztin oder Ihr Hausarzt, Spezialistinnen und Spezialisten, Pflege und Klinik nicht nebeneinander, sondern miteinander – auf Basis einer gemeinsamen Patientenakte und mit einer festen Ansprechperson, die Sie über Ihren Behandlungsweg begleitet. So werden Informationsverluste an Übergängen vermieden, Doppeluntersuchungen reduziert und Ihre Ziele konsequent in den Mittelpunkt gestellt.

Bei Swiss Medical Network setzen wir dieses Prinzip mit VIVA um: einem Modell, das Vorsorge, Koordination und eine feste Betreuung verbindet – damit Ihre Behandlung nicht nur medizinisch richtig, sondern im Alltag verlässlich ist.

Sicher, koordiniert, gemeinsam – so wird aus vielen einzelnen Schritten eine Versorgung, die zusammenpasst.

1. Datenübermittlung und einheitliche Patientenakte

Der Erfolg der Versorgung bei chronischen Erkrankungen hängt von der Leistungsfähigkeit und der Verfügbarkeit der Datenübermittlung für alle Akteure des Versorgungsnetzwerks ab.
Eine einheitliche Patientenakte und integrierte Informationssysteme ermöglichen jedem Beteiligten den Zugriff auf die wesentlichen Informationen.
Wichtige Datenarten, die ausgetauscht werden müssen:

  • Medizinische Daten: Nachsorgeberichte, Vorerkrankungen, Allergien, Krankengeschichte.
  • Daten zur Medikamenteneinnahme: Der Verlust von Informationen bei Versorgungsübergängen ist eine häufige Ursache für erneute Krankenhausaufnahmen.
  • Daten zum Behandlungsverlauf: Koordination und kohärente Strukturierung von Terminen (z. B. Blutabnahme vor der Konsultation).

Diese Kontinuität der Informationen trägt direkt zur Patientensicherheit bei, indem sie das Risiko von Fehlern, Doppelbehandlungen oder Lücken in der Nachsorge verringert.  Vgl. die sicheren Übergaben von Tag 4.

2. Koordination und Steuerung der Versorgung

Patienten mit chronischen Erkrankungen müssen oft eine Abfolge von Konsultationen, Untersuchungen, Behandlungen und Krankenhausaufenthalten bewältigen. Ohne Koordination kann es leicht passieren, dass eine wichtige Kontrolluntersuchung versäumt, eine Untersuchung verschoben oder der Überblick über den Behandlungsplan verloren geht.

Die Koordination ist ein wesentlicher Aspekt für Patienten mit mehreren chronischen Erkrankungen. Sie wird über das Disease Management oder in komplexen Fällen über das Case Management umgesetzt.
Rolle der Gesundheitsmanagement-Krankenschwestern:

  • Sie begleiten den Patienten auf seinem Behandlungsweg.
  • Stellen die Verbindung zwischen dem Patienten, dem Gesundheitssystem und den verschiedenen Leistungserbringern sicher.
  • Sie haben Zugriff auf alle Informationen (medizinische Daten, Medikamentenverordnungen, Behandlungsverlauf, Präferenzen des Patienten).
  • Sie gewährleisten die Umsetzung von Behandlungsplänen und sekundären Präventionsmassnahmen („Getting Things Done“).

3. Prozessanalyse und Reduzierung von Verschwendung


Durch die Integration werden die Interessen der Leistungserbringer aufeinander abgestimmt, was eine kontinuierliche Verbesserung der Prozesse und den Abbau von Silos ermöglicht.
Die integrierte Versorgung ermöglicht es, den gesamten Behandlungsverlauf zu analysieren, um Ineffizienzen, Redundanzen und risikobehaftete Schritte zu identifizieren.

Durch die Vereinfachung der Prozesse und die Verbesserung der Zusammenarbeit zwischen den Fachkräften wird es möglich,

  • unnötige Untersuchungen zu reduzieren;
  • administrative Doppelarbeit zu begrenzen;
  • bestimmte Verzögerungen bei der Versorgung zu vermeiden;
  • die Übergänge zwischen ambulantem und stationärem Bereich zu vereinfachen.

Dieser Ansatz der kontinuierlichen Verbesserung kommt sowohl den Patienten als auch den Fachkräften zugute.

4. Einbeziehung des Patienten


Die Patienten leben tagtäglich mit ihrer Erkrankung. Sie sind die ersten Beobachter ihres Gesundheitszustands und die Hauptakteure ihrer Behandlung. Vgl. Patient Empowerment an Tag 3.

Die Meinung, die Bedürfnisse und die Zufriedenheit der Patienten werden systematisch erfasst und bei der Gestaltung der Versorgungsmodelle berücksichtigt.
Die Erfahrung zeigt, dass die Prioritäten der Patienten von denen abweichen können, die das Pflegepersonal wahrnimmt.
Es ist wichtig, die Prozesse gemeinsam mit den Patienten zu gestalten.
Beispiel: Gesundheitsfragebögen gemeinsam mit den Patienten testen, um sicherzustellen, dass sie aus deren Sicht klar und relevant sind.

5. Finanzierung und Kostensenkung

Chronische Erkrankungen machen einen erheblichen Teil der Gesundheitsausgaben aus.

Das Ziel der integrierten Versorgung besteht nicht darin, die Versorgung zu reduzieren, sondern Ausgaben zu vermeiden, die dem Patienten keinen Nutzen bringen.

Das Kopfpauschalmodell fördert die Kostenkontrolle: Durch Prozessoptimierung und Koordination werden unnötige Ausgaben vermieden (Doppelarbeit, überflüssige Untersuchungen, vermeidbare Komplikationen).
Die erzielten Einsparungen werden an die Patienten weitergegeben, insbesondere in Form von niedrigeren Krankenkassenbeiträgen.
Patienten mit komplexen chronischen Erkrankungen, die das Gesundheitssystem intensiv in Anspruch nehmen, profitieren somit von einer Entlastung ihrer finanziellen Belastung.

Fazit

Die integrierte Versorgung, insbesondere bei einer Finanzierung durch eine bevölkerungsbezogene Kopfpauschale, stellt ein fortschrittliches Gesundheitssystemmodell dar, das auf Patienten mit nicht übertragbaren Krankheiten ausgerichtet ist.

Informationen austauschen, Akteure koordinieren, Prozesse verbessern, Patienten einbeziehen und Ressourcen verantwortungsbewusst einsetzen: Das sind die Grundlagen einer sicheren und nachhaltigen Versorgung bei nicht übertragbaren Krankheiten.

Dieses Modell ermöglicht es gleichzeitig, die Versorgungsqualität und die Gesundheitsergebnisse (Outcomes) zu verbessern und gleichzeitig den Anstieg der Gesundheitskosten einzudämmen.

Erfahren Sie mehr über die Woche der Patientensicherheit

Tag 1 – Prävention

Tag 2 – Begleitung bei NCDs

Tag 3 – Patient Empowerment

Tag 4 – Übergaben

Tag 5 – Integrierte Versorgung (VIVA)

Was ist der wichtigste Beitrag, den eine Patientin oder ein Patient zur eigenen Gesundheit leisten kann?

Was ist der erste Schritt, um die eigene Gesundheit aktiv mitzugestalten?

Welchen Rat würden Sie einer Person geben, die gerade die Diagnose einer chronischen Erkrankung erhalten hat?

Welche kleine Ernährungsumstellung kann einen grossen Einfluss auf die Gesundheit haben?

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