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17.09.2026

Tag 4 – Übergaben

Übergaben: der Moment, der über Patientensicherheit entscheidet

Dieser Beitrag ist Teil unserer Serie zur Internationalen Woche der Patientensicherheit 2026 zum Thema nichtübertragbare Krankheiten. 

Gestern ging es um die aktive Rolle der Patientinnen und Patienten. Heute geht es um den Moment, an dem Verantwortung von einer Stelle zur nächsten übergeht: die Übergabe. Ein Klinikeintritt, ein Austritt, eine Verlegung. Genau an diesen Schnittstellen entsteht ein grosser Teil der Risiken in der Gesundheitsversorgung, aber auch die grösste Chance, sie zu vermeiden.

Fünf Grundsätze für eine sichere Übergabe

1
Vollständigkeit vor Geschwindigkeit

Eine schnelle, unvollständige Übergabe kostet mehr Aufwand, als sie spart.

4
Patientenbeteiligung

Patientinnen und Patienten sollen ihre Behandlung und die nächsten Schritte verstehen.

2
Klare Zuständigkeiten

An jeder Schnittstelle muss feststehen, wer verantwortlich ist.

5
Der richtige Zeitpunkt

Eine Übergabe erfolgt rechtzeitig, nicht erst im Nachhinein.

3
Der richtige Kanal

Schriftliche Dokumentation reicht bei komplexen Fällen oft nicht. Ein kurzer mündlicher Kontakt schliesst Lücken.

Eintritt in die Klinik: was mitkommen muss

  • Aktuelle Diagnosen und Verdachtsdiagnosen, inklusive Grund für die Einweisung
  • Vollständige Medikamentenliste mit Dosierung
  • Allergien und Unverträglichkeiten
  • Relevante Vorgeschichte: frühere Operationen, chronische Erkrankungen, Komplikationen
  • Bereits durchgeführte Untersuchungen und deren Resultate, um Doppeluntersuchungen zu vermeiden
  • Kontaktangaben der Hausärztin oder des Hausarztes
  • Soziale Faktoren, die die Behandlung beeinflussen, etwa Alleinleben, Sprachbarrieren oder Betreuungsbedarf
  • Patientenverfügung

Austritt aus der Klinik: was zurückkommen muss

  • Austrittsbericht rechtzeitig beim Hausarzt oder nachbehandelnden Arzt, idealerweise am Austrittstag
  • Bei Verlegung in eine andere Institution: wichtige Ereignisse während des Aufenthalts und der Allgemeinzustand bei Austritt
  • Medikationsänderungen klar kommuniziert: was neu angesetzt, abgesetzt oder verändert wurde, und warum
  • Konkrete nächste Schritte: wer macht was, bis wann
  • Warnzeichen: wann sich Patientinnen und Patienten wieder melden müssen, und bei wem
  • Eine verständliche Erklärung für den Patienten: was gemacht wurde, was als Nächstes ansteht, und welche Medikamente sich geändert haben
  • Eine klare Ansprechperson bis zum ersten Hausarzttermin

Merksatz:

Eine Übergabe ist erst dann sicher, wenn nichts dem Zufall überlassen bleibt.

Erfahren Sie mehr über die Woche der Patientensicherheit

Tag 1 – Prävention

Tag 2 – Begleitung bei NCDs

Tag 3 – Patient Empowerment

Tag 4 – Übergaben

Tag 5 – Integrierte Versorgung (VIVA)

Was ist der wichtigste Beitrag, den eine Patientin oder ein Patient zur eigenen Gesundheit leisten kann?

Was ist der erste Schritt, um die eigene Gesundheit aktiv mitzugestalten?

Welchen Rat würden Sie einer Person geben, die gerade die Diagnose einer chronischen Erkrankung erhalten hat?

Welche kleine Ernährungsumstellung kann einen grossen Einfluss auf die Gesundheit haben?